Ad Schedule — Was ist das?
Ad Schedule (Anzeigenplanung) ermöglicht es dir, deine Google Ads Kampagnen nur zu bestimmten Uhrzeiten und Wochentagen ausspielen zu lassen. Du kannst auch Gebotsanpassungen für verschiedene Zeiträume festlegen, um die Performance zu optimieren.
Ausführliche Erklärung
Ad Schedule ist eine der mächtigsten Targeting-Funktionen in Google Ads, die oft unterschätzt wird. Statt deine Anzeigen rund um die Uhr zu schalten, kannst du gezielt steuern, wann deine Zielgruppe deine Werbung sieht. Das macht besonders im DACH-Markt Sinn, wo klare Geschäftszeiten und unterschiedliche Nutzergewohnheiten herrschen.
Ein Münchener Rechtsanwalt wird seine Anzeigen hauptsächlich Mo-Fr von 8-18 Uhr schalten wollen, da außerhalb dieser Zeiten kaum qualifizierte Anfragen eingehen. Gleichzeitig kann er für die Stoßzeiten 9-11 Uhr und 14-16 Uhr eine Gebotserhöhung von +20% einstellen, um in den konkurrenzstarken Momenten präsenter zu sein. Die Gebotsanpassungen funktionieren prozentual: +50% bedeutet, dass dein maximaler CPC um die Hälfte erhöht wird, -30% reduziert ihn entsprechend.
Besonders spannend wird es bei E-Commerce: Online-Shops sehen oft abends und am Wochenende höhere Conversion-Raten, da die Leute in Ruhe stöbern können. Ein Schweizer Elektronik-Shop könnte daher Mo-Fr tagsüber mit -20% arbeiten und Sa-So sowie werktags 19-22 Uhr mit +40% pushen. Im B2B-Bereich ist das Gegenteil der Fall: Hier sind Dienstag bis Donnerstag zwischen 10-16 Uhr oft die goldenen Stunden.
Restaurant-Ketten nutzen Ad Schedule clever für ihre Tageszeiten-spezifischen Angebote: Frühstück 6-10 Uhr, Mittagsmenü 11-14 Uhr, Dinner 17-21 Uhr. Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Nutzer-Zeitzone und Konto-Zeitzone zu beachten. In Deutschland, Österreich und der Schweiz solltest du immer die lokale Zeitzone einstellen, um Verwirrung zu vermeiden.
Ad Schedule wirkt sich direkt auf dein Budget aus: Wenn du nur 8 Stunden täglich schaltest statt 24, konzentrierst du dein Budget auf die wertvollsten Zeitfenster. Das kann deine Cost-per-Conversion um 30-50% senken. Gleichzeitig musst du aufpassen, dass du nicht zu restriktiv bist und wichtige Zielgruppen verpasst. Mobile Traffic verhält sich oft anders als Desktop-Traffic - abends surfen mehr Menschen mobil, tagsüber dominiert Desktop im B2B-Bereich.
Die Kombination aus Ad Schedule und Gebotsanpassungen ist besonders mächtig bei saisonalen Geschäften. Ein österreichischer Skiverleih kann nicht nur seine Wintermonate pushen, sondern auch innerhalb der Saison die Wochenenden stärker gewichten. Ein Berliner Steuerberater hingegen wird die Zeit vor Steuererklärungsfristen massiv verstärken und danach reduzieren.
Praxis-Beispiel aus dem DACH-Markt
Ein Hamburger Zahnarzt hatte seine Google Ads Kampagne zunächst 24/7 laufen lassen und dabei 2.800€ monatlich ausgegeben bei 42 Terminen (CPL: 66,67€). Nach Analyse der Conversion-Daten stellte er fest, dass 78% aller Terminanfragen zwischen Mo-Fr 8-18 Uhr eingingen, wobei die Stoßzeiten 9-11 Uhr und 15-17 Uhr waren.
Seine neue Ad Schedule Strategie: - Mo-Fr 8-18 Uhr: Basis-Gebote (keine Anpassung) - Mo-Fr 9-11 Uhr: +30% Gebotsanpassung (Hauptarbeitszeit) - Mo-Fr 15-17 Uhr: +25% Gebotsanpassung (Feierabend-Rush) - Sa 8-12 Uhr: +15% (Notfall-Sprechstunden) - Alle anderen Zeiten: Kampagne pausiert
Das Ergebnis nach zwei Monaten: Bei gleichem Budget von 2.800€ generierte er 58 Termine (CPL: 48,28€). Die Conversion-Rate stieg von 3,2% auf 4,8%, weil das Budget auf die wertvollsten Stunden konzentriert wurde. Zusätzlich reduzierte sich die Anzahl unqualifizierter Klicks um 34%, da nachts häufig Personen suchten, die keine ernsthafte Terminabsicht hatten.
Besonders interessant: Die Gebotserhöhungen in den Stoßzeiten führten nicht zu überproportional höheren CPCs, da die bessere Relevanz (Anzeigen zur richtigen Zeit) den Quality Score verbesserte. Der durchschnittliche CPC stieg nur von 3,20€ auf 3,45€, während die Conversion-Rate deutlich zulegte.
Schritt-für-Schritt Anleitung
Datensammlung ohne Ad Schedule
Bevor du Ad Schedule einrichtest, lass deine Kampagne mindestens 2-3 Wochen ohne Zeitbeschränkungen laufen. Sammle dabei mindestens 50 Conversions, um statistisch relevante Daten zu haben. Gehe zu 'Demografische Merkmale' > 'Zeit' > 'Stunden' und 'Wochentage' in deinen Kampagnenberichten. Exportiere die Daten nach Excel und analysiere Conversion-Rate, CPC und Cost-per-Conversion nach Zeitfenstern. Achte besonders auf die Conversion-Rate - ein niedriger CPC bringt nichts, wenn die Conversions ausbleiben.
Zeitfenster definieren
Basierend auf deinen Daten definiere 3-4 Performance-Kategorien: 'Top-Zeiten' (höchste Conversion-Rate), 'Gute Zeiten' (durchschnittliche Performance), 'Schwache Zeiten' (niedrige Conversion-Rate) und 'Unproduktive Zeiten' (keine oder sehr wenige Conversions). Bei B2B-Unternehmen sind typischerweise Di-Do 10-16 Uhr die Top-Zeiten. Bei E-Commerce oft Mo-Fr 19-22 Uhr und Wochenenden. Berücksichtige auch branchenspezifische Besonderheiten: Restaurants haben andere Zeiten als Rechtsanwälte.
Ad Schedule in Google Ads einrichten
Gehe zu deiner Kampagne > 'Ad Schedule' > 'Bearbeiten'. Wähle 'Alle Tage und Zeiten' ab und definiere deine Zeitfenster. Klicke auf '+' für jeden Zeitblock. Wichtig: Google Ads verwendet 15-Minuten-Blöcke, plane also nicht zu granular. Für einen Zahnarzt wäre das: Mo-Fr 8:00-18:00, Sa 8:00-12:00. Speichere zunächst ohne Gebotsanpassungen - die kommen im nächsten Schritt. Teste eine Woche lang, ob die Grundeinstellungen funktionieren und genügend Traffic generieren.
Gebotsanpassungen konfigurieren
Nach einer Woche Testlauf mit den neuen Zeiten, füge Gebotsanpassungen hinzu. Klicke auf das Stift-Symbol neben jedem Zeitfenster und stelle die Anpassungen ein. Starte konservativ: +20% für Top-Zeiten, 0% für gute Zeiten, -30% für schwache Zeiten. Bei sehr schwachen Zeiten pausiere die Kampagne komplett (keine Anpassung möglich, sondern separate Zeitfenster erstellen). Dokumentiere jede Änderung mit Datum und Grund - das hilft bei der späteren Analyse.
Monitoring und Optimierung
Überprüfe die Performance wöchentlich in den ersten 4 Wochen, danach monatlich. Nutze die Segmentierung nach 'Zeit' für detaillierte Analysen. Achte auf: Impression Share (verpasst du Traffic durch zu niedrige Gebote?), Cost-per-Conversion-Änderungen, absolute Anzahl Conversions (nicht nur die Rate). Passe Gebotsanpassungen in 10-15% Schritten an. Bei saisonalen Geschäften erstelle separate Ad Schedules für verschiedene Jahreszeiten. Teste auch verschiedene Schedules für Such- vs. Display-Kampagnen - diese haben oft unterschiedliche optimale Zeiten.
Häufige Fehler bei Ad Schedule
Zu früh mit Ad Schedule starten
Der häufigste Fehler ist, Ad Schedule bereits in der ersten Kampagnenwoche einzusetzen, ohne ausreichend Daten gesammelt zu haben. Ohne mindestens 50 Conversions über verschiedene Tageszeiten sind deine Entscheidungen reine Vermutung. Ein Münchener Fitnessstudio pausierte voreilig die Abendstunden, weil dort der CPC höher war - und verpasste dadurch 40% der Anmeldungen, die genau dann stattfanden, wenn Berufstätige nach Fitnessstudios suchten.
Nur auf CPC statt auf Conversions optimieren
Viele Advertiser schauen nur auf niedrige CPCs und übersehen die Conversion-Performance. Ein niedriger CPC um 8 Uhr morgens bringt nichts, wenn dort niemand kauft oder anfrägt. Ein Kölner Anwalt reduzierte seine Gebote für die Mittagszeit um 50%, weil dort der CPC höher war. Resultat: 60% weniger Mandatsanfragen, weil genau dann Geschäftsführer nach Rechtsbeistand suchten. Fokussiere immer auf Cost-per-Conversion oder ROAS, nicht auf CPC allein.
Zu aggressive Gebotsanpassungen
Gebotsanpassungen von +100% oder -70% sind meist kontraproduktiv und führen zu extremen Performance-Schwankungen. Ein Schweizer E-Commerce-Shop erhöhte seine Abend-Gebote um +80%, was zwar mehr Traffic brachte, aber den CPC so stark steigen ließ, dass der ROAS von 4,2 auf 2,1 fiel. Starte mit moderaten Anpassungen von ±20-30% und steigere schrittweise. Google Ads braucht Zeit, um die neuen Gebotsstrukturen zu verstehen und zu optimieren.
Verschiedene Kampagnentypen gleich behandeln
Such-, Display- und Shopping-Kampagnen haben völlig unterschiedliche optimale Zeiten, werden aber oft identisch geplant. Display-Anzeigen funktionieren abends und am Wochenende besser, wenn Menschen entspannt surfen. Shopping-Kampagnen performen oft am Wochenende stärker. Ein österreichischer Möbelhändler verwendete denselben Ad Schedule für alle Kampagnen und verschwendete 30% seines Display-Budgets während der Arbeitszeit, wo die Aufmerksamkeit für Werbung minimal war.
Praxis-Tipp: So nutzt du Ad Schedule richtig
Profi-Tipp: Nutze 'Observation'-Einstellungen für Ad Schedule-Tests, bevor du live gehst. Erstelle eine Kopie deiner Kampagne und teste dort aggressive Zeitfenster-Einschränkungen. So siehst du die potentiellen Auswirkungen, ohne deine Haupt-Kampagne zu gefährden.
Fortgeschrittene Strategie: Kombiniere Ad Schedule mit Audience-Targeting für maximale Präzision. Erstelle separate Kampagnen für 'Geschäftszeiten B2B' und 'Feierabend B2C' mit jeweils angepassten Anzeigentexten. Ein Frankfurter Steuerberater könnte tagsüber B2B-Anzeigen ('Betriebsprüfung? Wir helfen sofort') schalten und abends B2C-Anzeigen ('Steuererklärung einfach gemacht').
Insider-Trick: Verwende verschiedene Ad Schedules für verschiedene Keyword-Gruppen innerhalb derselben Kampagne ist nicht möglich - aber du kannst Kampagnen nach Intent-Gruppen aufteilen. 'Notfall-Keywords' (z.B. 'Anwalt Sonntag') bekommen 24/7 Schedules mit hohen Geboten, während 'Research-Keywords' nur während Geschäftszeiten laufen. Das maximiert sowohl Effizienz als auch Reichweite ohne Budgetverschwendung.
Häufig gestellte Fragen
Verwandte Begriffe
Weiterlesen
Du willst Ad Schedule optimieren?
Unser Google Ads Audit zeigt dir genau, wo du stehst und was du verbessern kannst.
Google Ads Audit sichern