News8 min Lesezeit10. Februar 2026

Google Ads Call-Only Campaigns werden eingestellt: So migrieren Sie richtig

Google beendet das Call-Only-Anzeigenformat. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Anruf-Kampagnen erfolgreich zu Responsive Search Ads mit Anruf-Assets migrieren, ohne Conversion-Daten oder Anrufvolumen zu verlieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ende eines Formats: Google stellt Call-Only Campaigns schrittweise ein – ab Q2 2026 keine Neuerstellung, ab 2027 vollständige Abschaltung
  • Ersatz: Responsive Search Ads (RSA) mit Anruf-Assets liefern die gleiche Anruf-Funktionalität plus KI-Optimierung
  • Migration jetzt starten: Je früher Sie umstellen, desto mehr Lernzeit bekommt die KI für optimale Anzeigenkombinationen
  • Tracking bleibt: Anruf-Conversions funktionieren weiterhin vollständig – auch mit Google-Weiterleitungsnummern
  • Mehr Fläche: RSA bieten mehr Anzeigenfläche, bessere Quality-Score-Signale und höhere Flexibilität als Call-Only Ads

Was passiert mit Call-Only Campaigns?

Google hat angekündigt, das Call-Only-Anzeigenformat schrittweise aus Google Ads zu entfernen. Diese Entscheidung reiht sich in die strategische Konsolidierung der Anzeigenformate ein: Ähnlich wie bei der Abschaffung der Expanded Text Ads im Jahr 2022 setzt Google konsequent auf KI-gesteuerte Responsive Search Ads als universelles Anzeigenformat.

Call-Only Campaigns wurden 2015 eingeführt und ermöglichten es Nutzern, direkt aus der Suchanzeige heraus anzurufen – ohne Umweg über eine Website. Das Format war besonders beliebt bei lokalen Dienstleistern, Handwerkern und Bauunternehmen, Ärzten, Notdiensten und Rechtsanwälten. Die gute Nachricht: Die Anruf-Funktionalität bleibt vollständig erhalten – nur das Format ändert sich.

Der technische Hintergrund: Call-Only Ads nutzten ein statisches Anzeigenformat mit zwei Headlines und einer Description. RSA hingegen erlauben bis zu 15 Headlines und 4 Descriptions, die Googles KI dynamisch kombiniert. Durch die Integration von Anruf-Assets (Call Extensions) wird die Anruf-Funktionalität nahtlos in das RSA-Format übertragen.

Warnung: Nicht bis zur letzten Minute warten

Wer die Migration aufschiebt, riskiert einen plötzlichen Einbruch der Anruf-Conversions. RSA benötigen eine Lernphase von 2-4 Wochen, um optimale Performance zu erreichen. Starten Sie die Umstellung jetzt, um einen nahtlosen Übergang sicherzustellen.

Warum stellt Google Call-Only Campaigns ein?

Die Konsolidierung folgt Googles Strategie, die Anzeigenformate zu vereinfachen und KI-Optimierung in den Vordergrund zu stellen. RSA ermöglichen maschinelle Kombination von Headlines und Descriptions mit nachweislich besserer CTR. Zudem integrieren sie sich nahtlos in das Ökosystem aus Smart Bidding, Performance Max und AI Max Search Kampagnen.

Timeline: Wann wird abgeschaltet?

Google hat einen klaren Zeitplan für die Einstellung kommuniziert. Die Migration sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden – nutzen Sie die Übergangsphase für einen kontrollierten Parallelbetrieb.

ZeitraumÄnderungAuswirkungHandlungsempfehlung
Q1 2026Offizielle AnkündigungKeine unmittelbareMigration planen und testen
Q2 2026Erstellung gesperrtKeine neuen Call-Only Ads mehr möglichRSA mit Anruf-Assets aufsetzen
Q3-Q4 2026ÜbergangsphaseBestehende Call-Only Ads laufen weiterParallelbetrieb nutzen und Performance vergleichen
Q1 2027Komplette DeaktivierungAlle Call-Only Ads werden gestopptMigration muss abgeschlossen sein

Tipp: Parallelbetrieb nutzen

Die Übergangsphase ist ideal für einen kontrollierten Parallelbetrieb. Erstellen Sie Ihre neuen RSA-Kampagnen mit Anruf-Assets und lassen Sie sie parallel zu den bestehenden Call-Only Ads laufen. So können Sie die Performance direkt vergleichen und die neuen Kampagnen optimieren, bevor Sie die alten abschalten.

Migration: Schritt für Schritt

Die Migration lässt sich in sechs klar strukturierten Schritten durchführen. Planen Sie insgesamt 3-4 Wochen ein – inklusive Testphase und Optimierung.

1

Bestandsaufnahme: Call-Only Campaigns dokumentieren

Exportieren Sie alle aktiven Call-Only Campaigns und dokumentieren Sie die wichtigsten Performance-Daten: CTR, Conversion Rate, Cost per Call, durchschnittliche Anrufdauer und Anrufzeiten. Diese Metriken dienen als Benchmark für die neuen RSA-Kampagnen.

Checkliste: Telefonnummern notieren, Keywords exportieren, Gebotsstrategie dokumentieren, Standort-Targeting prüfen
2

Neue RSA-Kampagne erstellen

Erstellen Sie eine neue Search-Kampagne mit identischen Targeting-Einstellungen: Keywords, Standorte, Geräte-Targeting (Schwerpunkt Mobile) und Zeitplanung. Übernehmen Sie die bewährte Anzeigenstruktur und passen Sie die Headlines an das RSA-Format an.

Tipp: Starten Sie mit einer separaten Test-Kampagne, bevor Sie die komplette Struktur umstellen
3

Anruf-Assets konfigurieren

Fügen Sie Anruf-Assets (Call Extensions) auf Kampagnen- oder Anzeigengruppenebene hinzu. Aktivieren Sie die Google-Weiterleitungsnummer für präzises Conversion-Tracking. Konfigurieren Sie die Anrufzeiten passend zu Ihren Geschäftszeiten.

Wichtig: Übernehmen Sie exakt dieselbe Telefonnummer wie in der alten Call-Only Campaign
4

Headlines und Descriptions optimieren

Erstellen Sie mindestens 10-15 Headlines und 3-4 Descriptions. Integrieren Sie klare Anruf-CTAs wie "Jetzt anrufen", "Kostenlose Beratung" oder "Sofort-Termin vereinbaren" in mindestens 2-3 Headlines. Nutzen Sie die Pin-Funktion, damit eine Anruf-Headline immer angezeigt wird.

Best Practice: Übernehmen Sie die besten Headlines Ihrer Call-Only Ads und ergänzen Sie 8-10 weitere Varianten
5

Conversion-Tracking und Gebotsstrategien anpassen

Stellen Sie sicher, dass Anruf-Conversions korrekt getrackt werden: Klicks auf Anruf-Assets, Anrufe über Google-Weiterleitungsnummern und Website-Anrufe. Definieren Sie eine Mindest-Anrufdauer (z.B. 60 Sekunden) für qualifizierte Anrufe. Passen Sie die Gebotsstrategie an das neue Format an.

Tracking-Typen: Anrufe aus Anzeigen, Anrufe von der Website, importierte Anruf-Conversions aus dem CRM
6

Parallelbetrieb starten und optimieren

Lassen Sie beide Kampagnentypen mindestens 2-4 Wochen parallel laufen. Vergleichen Sie CPL (Cost per Lead), Anrufqualität, Gesamt-Conversion-Volumen und ROAS. Erst wenn die RSA-Performance stabil auf dem Niveau der alten Kampagnen liegt, schalten Sie die Call-Only Ads ab.

Empfehlung: Löschen Sie die Call-Only Ads nicht – pausieren Sie sie nur, um auf historische Daten zugreifen zu können

Best Practice: Optimales RSA + Anruf-Asset Setup für maximale Anrufe

Für maximale Anrufe kombinieren Sie: 15 Headlines (davon 3 mit Anruf-CTA, eine gepinnt auf Position 1), 4 Descriptions mit Telefonnummer, Anruf-Asset mit Google-Weiterleitungsnummer und Zeitplanung, Mobile-Gebotsanpassung von +20 bis +50% sowie eine Conversion-Aktion mit 60-Sekunden-Mindestdauer.

Call-Only Migration Checklist

Vollständige Schritt-für-Schritt Checkliste für die Migration von Call-Only Campaigns zu RSA mit Anruf-Assets.

Vorteile der neuen Struktur

Die Umstellung ist mehr als eine erzwungene Migration. RSA mit Anruf-Assets bieten handfeste Vorteile für Ihre Kampagnen-Performance.

Mehr Anzeigenfläche

Statt 2 Headlines und 1 Description zeigt Google bis zu 3 Headlines und 2 Descriptions gleichzeitig. Das bedeutet deutlich mehr Platz für Ihre Botschaft, USPs und Anruf-CTAs in den Suchergebnissen.

Bessere Quality-Score-Signale

RSA erhalten stärkere Relevanz-Signale, da Google die Headlines dynamisch an die jeweilige Suchanfrage anpasst. Das kann zu einem höheren Quality Score und niedrigeren CPCs führen.

Mehr Flexibilität

RSA mit Anruf-Assets bieten beides: Anrufe direkt aus der Anzeige und den Klick zur Website. Sie erreichen damit auch Nutzer, die lieber erst recherchieren, bevor sie anrufen.

Anruf-Conversions bleiben erhalten

Das Anruf-Tracking funktioniert mit RSA und Anruf-Assets genauso zuverlässig wie mit Call-Only Ads. Google-Weiterleitungsnummern, Anrufdauer-Tracking und Anruf-Reporting bleiben vollständig verfügbar.

Unterm Strich gewinnen Sie mit RSA und Anruf-Assets nicht nur den gleichen Funktionsumfang, sondern profitieren von KI-Optimierung, besseren Anzeigenflächen und voller Kompatibilität mit Smart Bidding und Performance Max.

5 Fehler bei der Migration, die Sie vermeiden sollten

In der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Fehler bei der Migration. Diese fünf Fallstricke können Sie vermeiden.

Fehler: Call-Only Campaigns einfach löschen

Der häufigste und schwerwiegendste Fehler: Die alten Call-Only Campaigns werden gelöscht, bevor die neuen RSA-Kampagnen live und optimiert sind. Das Ergebnis ist ein abrupter Einbruch der Anruf-Conversions, der Wochen dauern kann, bis er sich erholt. Löschen Sie niemals zuerst – migrieren Sie parallel.

Fehler 1: Call-Tracking nicht korrekt eingerichtet

Ohne funktionierendes Anruf-Tracking fehlen den Gebotsstrategien die Conversion-Daten. Die Kampagne kann nicht optimieren, CPCs steigen und die Performance bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Lösung: Richten Sie vor der Migration die Google-Weiterleitungsnummer ein und testen Sie das Conversion-Tracking gründlich. Prüfen Sie, ob Anrufe korrekt als Conversions gezählt werden.

Fehler 2: Historische Daten nicht gesichert

Wer die alten Call-Only Campaigns direkt löscht, verliert alle historischen Performance-Daten. Diese sind jedoch unverzichtbar als Benchmark und für die Optimierung der neuen Kampagnen.

Lösung: Exportieren Sie alle Daten vor der Migration (Google Ads Editor oder CSV-Export). Pausieren Sie die alten Kampagnen anstatt sie zu löschen.

Fehler 3: Falsche Gebotsstrategie gewählt

Call-Only Campaigns liefen oft mit manuellen CPC-Geboten. RSA performen deutlich besser mit Smart Bidding. Wer die alte Gebotsstrategie einfach übernimmt, verschenkt Potenzial.

Lösung: Starten Sie mit "Conversions maximieren" und wechseln Sie nach 30+ Conversions zu "Ziel-CPA". Nutzen Sie den historischen CPA Ihrer Call-Only Campaigns als Ausgangswert.

Fehler 4: Mobile Gebotsanpassungen ignoriert

Call-Only Ads wurden fast ausschließlich auf Mobilgeräten angezeigt. RSA hingegen laufen standardmäßig auf allen Geräten. Ohne Mobile-Gebotsanpassung verteilt sich das Budget gleichmäßig – und die wertvollen mobilen Anrufe gehen zurück.

Lösung: Setzen Sie eine Mobile-Gebotsanpassung von +20% bis +50% und beobachten Sie die Geräte-Performance in den ersten Wochen genau.

Fehler 5: Keine Testphase eingeplant

RSA benötigen eine KI-Lernphase, um die besten Headline-Kombinationen zu identifizieren. Wer sofort abschaltet und erwartet, dass die neuen Kampagnen vom ersten Tag an performen, wird enttäuscht.

Lösung: Planen Sie mindestens 2-4 Wochen Parallelbetrieb ein. Greifen Sie erst in die Kampagne ein, wenn genügend Daten (mind. 15-20 Conversions) vorliegen.

Tipp: Conversion-Daten während der Migration sichern

Exportieren Sie vor dem Abschalten der Call-Only Campaigns einen vollständigen Performance-Report: Suchbegriffe, Conversion-Daten, Anrufzeiten und Geräte-Aufteilung. Diese Daten sind Gold wert für die Optimierung Ihrer neuen RSA-Kampagnen und lassen sich nach dem Löschen nicht wiederherstellen.

Häufig gestellte Fragen

Wann genau werden Call-Only Campaigns abgeschaltet?
Ab Q2 2026 können keine neuen Call-Only Campaigns mehr erstellt werden. Bestehende Kampagnen laufen während der Übergangsphase weiter und werden ab Q1 2027 vollständig deaktiviert. Google empfiehlt, die Migration so früh wie möglich zu starten, um von der Übergangsphase zu profitieren.
Funktioniert Anruf-Tracking auch mit RSA und Anruf-Assets?
Ja, das Anruf-Tracking funktioniert mit RSA und Anruf-Assets vollständig. Sie können sowohl Klicks auf die Telefonnummer als auch Anrufe über Google-Weiterleitungsnummern tracken. Zusätzlich lassen sich Anrufdauer, Anrufqualität und die Herkunft der Anrufe (Anzeige vs. Website) getrennt messen.
Wie finde ich heraus, ob mein Account noch Call-Only Campaigns hat?
Filtern Sie in Google Ads unter Kampagnen nach dem Typ "Nur Anruf". Alternativ erkennt unser KI-Audit (ab 99 Euro) automatisch alle Legacy-Formate in Ihrem Account, einschließlich Call-Only Campaigns, und liefert konkrete Migrationsempfehlungen.
Kann ich meine bestehenden Call-Only Ad-Texte für RSA übernehmen?
Ja, Sie können die Headlines und Descriptions aus Ihren Call-Only Ads als Ausgangsbasis verwenden. Da RSA jedoch bis zu 15 Headlines und 4 Descriptions unterstützen, sollten Sie deutlich mehr Varianten erstellen. Integrieren Sie Anruf-CTAs wie "Jetzt anrufen" oder "Sofort-Beratung" in mindestens 2-3 Headlines für optimale Ergebnisse.
Welche Gebotsstrategie sollte ich nach der Migration verwenden?
Starten Sie mit "Conversions maximieren", um der KI möglichst schnell Conversion-Daten zu liefern. Sobald Sie mindestens 30 Conversions in 30 Tagen erreichen, können Sie zu "Ziel-CPA" wechseln. Nutzen Sie den historischen Cost per Call Ihrer Call-Only Campaigns als ersten CPA-Zielwert und passen Sie ihn nach 2-3 Wochen an.

Legacy-Kampagnen erkennen lassen – bevor es zu spät ist

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