Keyword Planner — Was ist das?
Der Keyword Planner ist ein kostenloses Tool von Google Ads, das dir dabei hilft, relevante Keywords zu finden, deren Suchvolumen zu analysieren und Gebotsempfehlungen zu erhalten. Es ist das wichtigste Recherche-Tool für die Keyword-Strategie in Google Ads Kampagnen.
Ausführliche Erklärung
Der Keyword Planner ist seit über einem Jahrzehnt das Herzstück jeder professionellen Google Ads Keyword-Recherche. Du findest das Tool direkt in deinem Google Ads Konto unter 'Tools und Einstellungen'. Die Hauptfunktion liegt in zwei Bereichen: 'Neue Keywords entdecken' und 'Suchvolumen und Prognosen abrufen'. Wenn du beispielsweise einen Online-Shop für Laufschuhe betreibst, gibst du Grundbegriffe wie 'Laufschuhe' ein und erhältst hunderte verwandte Keyword-Ideen wie 'Joggingschuhe Damen', 'Laufschuhe Sale' oder 'Marathonschuhe'.
Das Tool zeigt dir für jedes Keyword das monatliche Suchvolumen (z.B. 10.000-100.000 Suchanfragen), die Konkurrenzstärke (niedrig, mittel, hoch) und eine Gebotsempfehlung (z.B. 0,85€ - 2,30€). Besonders wertvoll ist die geografische Filterung - du kannst gezielt nach Keywords in Deutschland, Österreich oder der Schweiz suchen und erhältst länderspezifische Daten. Ein großer Vorteil: Der Keyword Planner berücksichtigt saisonale Schwankungen. Keywords wie 'Winterjacken' zeigen dir, dass das Suchvolumen von September bis Februar stark ansteigt.
Die Prognosefunktion hilft dir, das erwartete Budget und die Klicks für deine Keyword-Liste zu kalkulieren. Wichtig zu wissen: Die angezeigten Suchvolumen-Bereiche werden detaillierter, je mehr du bereits in Google Ads investierst. Ohne aktive Kampagnen siehst du oft nur grobe Spannen wie '1K-10K', während erfahrene Advertiser präzise Zahlen erhalten.
Der Keyword Planner unterscheidet zwischen verschiedenen Match Types und zeigt dir historische Trends der letzten 12 Monate. Die Konkurrenzstärke basiert dabei nicht auf SEO-Schwierigkeit, sondern auf der Anzahl der Advertiser, die auf diese Keywords bieten. 'Hoch' bedeutet viele Mitbieter und damit tendenziell höhere Kosten pro Klick. Die Gebotsempfehlungen sind Durchschnittswerte für die erste Seite bei Google-Suchergebnissen.
Besonders mächtig wird das Tool durch die Integration mit deinen bestehenden Kampagnen. Du kannst historische Leistungsdaten deiner Keywords analysieren und Trends erkennen. Die Exportfunktion ermöglicht es, große Keyword-Listen zu verarbeiten und mit anderen Tools wie Excel oder Google Sheets weiterzubearbeiten. Moderne Advertiser nutzen den Keyword Planner oft in Kombination mit KI-Tools für eine noch tiefere Keyword-Analyse und zur Identifikation von Long-Tail-Keywords mit niedrigem Wettbewerb.
Praxis-Beispiel aus dem DACH-Markt
Ein österreichischer Handwerkerbetrieb für Dachdeckerarbeiten nutzt den Keyword Planner, um seine Google Ads Strategie zu optimieren. Zunächst gibt der Geschäftsführer die Grundbegriffe 'Dachdecker Wien', 'Dach reparieren' und 'Dachsanierung' ein und filtert nach Österreich.
Die Ergebnisse zeigen überraschende Insights: 'Dachdecker Wien' hat 1.000-10.000 monatliche Suchanfragen bei hoher Konkurrenz und einer Gebotsempfehlung von 3,50€ - 8,20€. Deutlich günstiger ist 'Dachrinne reparieren Wien' mit 100-1.000 Suchanfragen, niedriger Konkurrenz und nur 1,80€ - 3,40€ pro Klick. Das Keyword 'Dachziegel austauschen Kosten' zeigt saisonale Peaks im Frühjahr mit bis zu 500% höherem Suchvolumen.
Mit der Prognosefunktion kalkuliert er: Bei einem Monatsbudget von 1.500€ und den identifizierten Long-Tail-Keywords wie 'Flachdach abdichten Wien' oder 'Sturmschaden Dach Versicherung' kann er 180-240 Klicks erwarten. Bei einer durchschnittlichen Conversion Rate von 8% in der Baubranche entspricht das 14-19 Anfragen monatlich. Mit einem durchschnittlichen Auftragswert von 2.800€ und einer Abschlussquote von 35% generiert er durch die keyword-optimierte Strategie einen monatlichen Umsatz von 13.720€ - 18.620€ bei 1.500€ Werbekosten.
Der entscheidende Durchbruch kommt durch die Analyse der geografischen Daten: Der Keyword Planner zeigt, dass 'Dachreparatur Notdienst' in Wien-Umgebung 40% weniger umkämpft ist als in der Innenstadt, bei nur 15% weniger Suchvolumen. Durch diese Erkenntnis fokussiert er seine Kampagnen auf die Außenbezirke und senkt seinen durchschnittlichen CPC von 4,80€ auf 2,95€ - eine Kostenreduktion von 38% bei praktisch gleichbleibendem Lead-Volumen.
Schritt-für-Schritt Anleitung
Google Ads Konto öffnen und Tool aufrufen
Logge dich in dein Google Ads Konto ein und navigiere zu 'Tools und Einstellungen' in der oberen Menüleiste. Wähle unter 'Planung' den Punkt 'Keyword-Planer' aus. Falls du noch kein aktives Google Ads Konto hast, kannst du eines kostenlos erstellen - der Keyword Planner ist ohne laufende Kampagnen nutzbar, zeigt dann aber weniger detaillierte Suchvolumen-Daten. Stelle sicher, dass du die richtige Zeitzone und Währung eingestellt hast, da dies die Datenausgabe beeinflusst.
Keyword-Recherche starten und Grundeinstellungen wählen
Klicke auf 'Neue Keywords entdecken' für eine umfassende Recherche oder 'Suchvolumen und Prognosen abrufen' wenn du bereits Keywords hast. Gib deine Grundbegriffe ein - verwende 3-5 Hauptkeywords deiner Branche. Wähle dein Zielland (Deutschland, Österreich oder Schweiz) und stelle die Sprache auf Deutsch ein. Definiere den gewünschten Zeitraum - standardmäßig sind die letzten 12 Monate eingestellt. Diese Grundeinstellungen sind entscheidend für die Relevanz deiner Ergebnisse.
Filter und Einstellungen für präzise Ergebnisse
Nutze die Filteroptionen, um irrelevante Keywords auszuschließen. Setze Mindest- und Höchstwerte für das Suchvolumen (z.B. mindestens 100 Suchanfragen pro Monat). Filtere nach Konkurrenzstärke - für Einsteiger sind Keywords mit niedriger bis mittlerer Konkurrenz oft profitabler. Schließe negative Keywords aus, die nicht zu deinem Business passen. Bei lokalen Unternehmen aktiviere unbedingt die geografische Eingrenzung auf deine Zielregion. Diese Filter helfen dir, aus tausenden Keyword-Vorschlägen die wirklich relevanten zu identifizieren.
Keyword-Analyse und Bewertung der Metriken
Analysiere die vier Hauptmetriken für jedes Keyword: Suchvolumen zeigt das monatliche Interesse, Konkurrenz die Anzahl der Mitbieter, die Gebotsempfehlung deine erwarteten Kosten und die Änderung gegenüber Vorperiode den Trend. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Keywords mit mittlerem Suchvolumen (1.000-10.000), niedriger Konkurrenz und steigendem Trend. Nutze die Spalte 'Neue Impressionen-Anteil' um zu verstehen, wie viel zusätzlichen Traffic du gewinnen könntest. Erstelle eine Bewertungsmatrix mit Punkten für jede Metrik um objektive Entscheidungen zu treffen.
Export und strategische Umsetzung
Markiere deine ausgewählten Keywords und exportiere die Liste als CSV-Datei für die Weiterbearbeitung in Excel oder Google Sheets. Organisiere die Keywords nach Themenclustern und Match Types - das erleichtert später die Kampagnenstruktur. Erstelle eine Prioritätenliste basierend auf deinem Budget und den erwarteten Kosten pro Klick. Nutze die Prognosedaten um realistische KPI-Ziele zu setzen. Plane verschiedene Kampagnen für Keywords unterschiedlicher Intentionen (Brand, Generic, Long-Tail) und beginne mit einem Testbudget von 20-30% deines geplanten Gesamtbudgets für die vielversprechendsten Keywords.
Häufige Fehler bei Keyword Planner
Zu breite oder unspezifische Keyword-Eingabe
Viele Advertiser geben nur 1-2 sehr allgemeine Begriffe wie 'Marketing' oder 'Software' ein und erhalten dadurch oberflächliche oder irrelevante Keyword-Vorschläge. Der Keyword Planner funktioniert am besten mit spezifischen Seed-Keywords, die dein tatsächliches Angebot widerspiegeln. Folge: Du verpasst Long-Tail-Keywords mit hoher Conversion-Wahrscheinlichkeit und geringerer Konkurrenz, während die gefundenen generischen Keywords zu teuer und wenig zielführend sind.
Falsche geografische und sprachliche Einstellungen
Ein klassischer Fehler ist die Verwendung der Standardeinstellungen ohne Anpassung an den DACH-Markt. Wer auf Deutschland abzielt, aber die Einstellung auf 'Alle Länder' lässt, erhält verfälschte Suchvolumen-Daten und unpassende Keyword-Vorschläge. Genauso problematisch ist die falsche Spracheinstellung - 'Englisch' statt 'Deutsch' führt zu völlig anderen Ergebnissen. Konsequenz: Budgetplanung basiert auf falschen Daten, Keywords performen schlechter als erwartet und Kampagnen werden für falsche Zielgruppen optimiert.
Ignorieren der saisonalen Trends und historischen Daten
Der Keyword Planner zeigt detaillierte Trends über 12 Monate, doch viele Nutzer schauen nur auf die aktuellen Durchschnittswerte. Besonders kritisch wird dies bei saisonabhängigen Produkten wie 'Weihnachtsgeschenke', 'Heizölpreise' oder 'Gartenmöbel'. Wer im Januar eine Kampagne für Klimaanlagen plant und nicht beachtet, dass das Suchvolumen erst ab April steigt, verschwendet Budget in schwachen Monaten und ist unvorbereitet wenn die Nachfrage explodiert. Resultat: Suboptimale Budgetverteilung und verpasste Umsatzchancen in Peak-Zeiten.
Missverständnis der Konkurrenzstärke-Angaben
Ein weitverbreiteter Irrtum ist die Gleichsetzung von 'Konkurrenz: Hoch' mit 'unmöglich zu ranken' oder 'zu teuer'. Die Konkurrenzangabe im Keyword Planner bezieht sich ausschließlich auf Google Ads Werbetreibende, nicht auf organische SEO-Konkurrenz. Hohe Konkurrenz kann bedeuten, dass das Keyword sehr profitabel ist und deshalb viele darauf bieten. Umgekehrt kann niedrige Konkurrenz auf schlechte Conversion Rates oder irrelevante Keywords hindeuten. Fehlerhafte Interpretation führt dazu, dass lukrative Keywords gemieden und ineffektive bevorzugt werden.
Praxis-Tipp: So nutzt du Keyword Planner richtig
Nutze die Funktion 'Website durchsuchen' anstatt nur einzelne Keywords einzugeben - so findest du oft versteckte Keyword-Goldminen, die deine Konkurrenten übersehen. Filtere immer nach deinen Zielländern (DE/AT/CH) und stelle die Sprache korrekt ein, da sich Suchvolumen und Wettbewerb erheblich unterscheiden. Exportiere deine Keyword-Listen regelmäßig nach Excel und ergänze sie um eigene Notizen - der Keyword Planner allein reicht nicht für eine vollständige Strategie.
Profi-Tipp: Verwende die 'URL-Eingabe' deiner wichtigsten Konkurrenten, um deren potenzielle Keywords zu entdecken. Der Keyword Planner analysiert die Website-Inhalte und schlägt thematisch passende Keywords vor. Kombiniere dies mit der 'Produktkategorie'-Auswahl für noch präzisere Ergebnisse. Besonders mächtig wird diese Methode, wenn du die URLs von Konkurrenten-Landingpages eingibst, die gut ranken - du erhältst deren vermutlich profitabelste Keywords auf dem Silbertablett.
Fortgeschrittene Strategie: Nutze den Keyword Planner in Verbindung mit Google Trends für die perfekte Timing-Strategie. Exportiere deine Keyword-Liste, analysiere jeden Begriff einzeln in Google Trends und erkenne micro-saisonale Muster. Beispiel: 'Steuererklärung Software' zeigt im Keyword Planner konstantes Volumen, aber Google Trends enthüllt extreme Peaks von Januar bis April. Diese Kombination ermöglicht präzise Budgetplanung und optimale Gebotsanpassungen für maximalen ROI während der relevanten Zeitfenster.
Häufig gestellte Fragen
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