Basics11 min Lesezeit2026-02-06

Remarketing in Google Ads: Der komplette Einsteiger-Guide

Lerne, wie du Website-Besucher mit Remarketing zurückholst und deine Conversion Rate deutlich steigerst – mit Schritt-für-Schritt Anleitung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Remarketing spricht Nutzer erneut an, die bereits deine Website besucht haben – die Conversion Rate ist 2-3× höher als bei kaltem Traffic
  • Google Ads bietet 5 Remarketing-Arten: Standard, Dynamisch, Video, RLSA und Kundenabgleich – jede mit eigenen Stärken
  • Mindestgröße beachten: Display braucht 100 Nutzer, Search (RLSA) mindestens 1.000 Nutzer in der Liste
  • DSGVO-konformes Remarketing erfordert Cookie-Consent und korrekt implementierten Consent Mode v2
  • Segmentiere deine Listen nach Verhalten (Warenkorb-Abbrecher, Produktseiten-Besucher etc.) für maximale Relevanz

Was ist Remarketing?

Remarketing (auch Retargeting genannt) ist eine Werbestrategie, bei der du Nutzer erneut ansprichst, die bereits mit deiner Website, App oder deinem YouTube-Kanal interagiert haben. Statt kalte Zielgruppen zu erreichen, wendest du dich an Personen, die dich bereits kennen – und deshalb eine deutlich höhere Conversion-Wahrscheinlichkeit haben.

Das Prinzip: Ein Nutzer besucht deine Website, wird durch einen Tracking-Tag (Google Ads Tag oder GA4) erkannt und in eine Remarketing-Liste aufgenommen. Wenn dieser Nutzer später auf anderen Websites surft, YouTube schaut oder Google nutzt, kann ihm deine Anzeige angezeigt werden.

Im Durchschnitt konvertieren nur 2-4% der Website-Besucher beim ersten Besuch. Remarketing gibt dir die Chance, die restlichen 96-98% zurückzuholen. Studien zeigen, dass Remarketing-Kampagnen eine 2-3× höhere Conversion Rate und einen 50-70% niedrigeren CPA erreichen als reguläre Kampagnen.

Warum Remarketing so effektiv ist

Die Effektivität von Remarketing basiert auf einem psychologischen Prinzip: dem Mere-Exposure-Effekt. Je öfter wir etwas sehen, desto vertrauter und positiver empfinden wir es. Remarketing nutzt diesen Effekt gezielt, um Vertrauen aufzubauen und die Kaufentscheidung zu fördern.

Außerdem adressiert Remarketing verschiedene Gründe für den Nicht-Kauf: Der Nutzer wurde abgelenkt, wollte Preise vergleichen, hatte gerade keine Zeit oder brauchte noch eine Nacht zum Überlegen. Eine gut getimte Remarketing-Anzeige erinnert genau in diesen Momenten an dein Angebot.

2-3×

höhere Conversion Rate

50-70%

niedrigerer CPA

10×

höhere CTR als Display

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Remarketing-Arten in Google Ads

Google Ads bietet verschiedene Remarketing-Typen, die du je nach Geschäftsmodell und Zielgruppe einsetzen kannst:

TypBeschreibungIdeal fürMin. Listengröße
StandardDisplay-Anzeigen an frühere BesucherAlle Geschäftsmodelle100
DynamischZeigt genau die Produkte, die der Nutzer angesehen hatE-Commerce, Reise100
RLSAGebotsanpassung in Search für RückkehrerLead-Gen, B2B1.000
VideoYouTube-Anzeigen an Website-Besucher oder Kanal-ZuschauerBrand Awareness1.000
KundenabgleichBasiert auf E-Mail-Listen statt Cookie-TrackingCRM-Marketing, Upselling1.000

Tipp: RLSA ist der Geheimtipp

Remarketing Lists for Search Ads (RLSA) ermöglicht es dir, bei Suchanfragen höhere Gebote für Nutzer abzugeben, die deine Website bereits kennen. So gewinnst du Rückkehrer mit hoher Kaufabsicht zu vertretbaren Kosten.

Remarketing-Zielgruppen erstellen

Du hast zwei Wege, Remarketing-Zielgruppen zu erstellen: Über den Google Ads Tag direkt oder über GA4-Audiences. Beide haben Vor- und Nachteile.

Google Ads Tag: Erstelle unter Tools → Zielgruppen-Manager → Zielgruppenlisten eine neue Website-Besucher-Liste. Du kannst nach URL-Regeln filtern (z.B. alle Besucher der Produktseite) oder alle Besucher erfassen. Vorteil: Direkte Integration, keine Verknüpfung nötig.

GA4 Audiences: In GA4 unter Verwaltung → Zielgruppen kannst du komplexere Regeln erstellen – basierend auf Ereignissen, Seitenaufrufen, Verweildauer und mehr. Diese Audiences werden automatisch mit dem verknüpften Google Ads Konto geteilt. Vorteil: Flexiblere Segmentierung.

Best Practices für Remarketing-Listen

Die Qualität deiner Remarketing-Listen bestimmt den Erfolg deiner Kampagnen. Hier sind die wichtigsten Regeln:

Segmentiere nach Kaufabsicht

Erstelle separate Listen für verschiedene Funnel-Stufen: Alle Besucher → Produktseiten-Besucher → Warenkorb-Abbrecher → Käufer. Je näher am Kauf, desto höher das Gebot und desto spezifischer die Anzeige.

Membership Duration anpassen

Die Mitgliedschaftsdauer sollte deinem Verkaufszyklus entsprechen. E-Commerce: 7-30 Tage. B2B: 30-90 Tage. Saisonale Produkte: Bis zur nächsten Saison.

Käufer ausschließen

Erstelle eine Ausschluss-Liste basierend auf der Danke-/Bestätigungsseite. Niemand möchte Werbung für ein Produkt sehen, das er gerade gekauft hat. Ausnahme: Upselling-Kampagnen.

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Remarketing-Checkliste

Alle Schritte für erfolgreiche Remarketing-Kampagnen.

Remarketing-Kampagne aufsetzen

So erstellst du deine erste Remarketing-Kampagne in Google Ads: Erstelle eine neue Display-Kampagne und wähle als Ziel "Zugriffe auf die Website" oder "Umsätze". Unter Zielgruppen wählst du "Zielgruppen durchsuchen" → "Ihre Daten und ähnliche Segmente" → deine erstellte Remarketing-Liste.

Starte mit einem separaten Remarketing-Budget (10-20% des Gesamtbudgets). Verwende Frequency Capping (max. 3-5 Impressionen pro Tag pro Nutzer), um Anzeigenmüdigkeit zu vermeiden. Erstelle spezifische Anzeigen, die auf die Remarketing-Zielgruppe zugeschnitten sind – generische Anzeigen performen deutlich schlechter.

Datenschutz & Cookie-Consent

Remarketing erfordert in der EU eine explizite Einwilligung des Nutzers (DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. a). Dein Cookie-Banner muss Marketing-Cookies als separate Kategorie aufführen und darf diese nicht vorauswählen. Ohne gültige Einwilligung darf kein Remarketing-Tag feuern.

Implementiere den Google Consent Mode v2, der Googles Tags automatisch anpasst: Bei Einwilligung werden volle Daten gesendet, bei Ablehnung nur anonymisierte Pings. Google nutzt diese Pings für modellierte Conversions und Remarketing-Listen – so verlierst du nicht alle Daten.

DSGVO-Pflicht

Ohne korrekten Consent Mode riskierst du Bußgelder und verlierst gleichzeitig Remarketing-Daten. Die Implementierung ist technisch einfach und sollte deine erste Priorität sein.

Häufige Remarketing-Fehler

Kein Frequency Capping

Ohne Begrenzung sehen Nutzer deine Anzeige dutzende Male am Tag. Das nervt, schadet deiner Marke und verschwendet Budget. Setze ein Cap von 3-5 Impressionen pro Tag.

Zu breite Listen

Eine Liste "Alle Website-Besucher der letzten 540 Tage" ist zu breit und verschwendet Budget. Segmentiere nach Verhalten und halte die Membership Duration relevant.

Generische Anzeigen

Remarketing-Anzeigen müssen spezifisch sein. Ein Warenkorb-Abbrecher braucht eine andere Botschaft als ein Blogleser. Erstelle angepasste Creatives für jede Liste.

Häufig gestellte Fragen

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