OpenAI Ads Manager: so sieht das Werbekonto von innen aus
Wir haben ein aktives Werbekonto im OpenAI Ads Manager eröffnet. Hier sind die Screenshots aus jedem Bereich, der ehrliche Vergleich mit Google Ads und die drei Stellschrauben, an denen wir täglich drehen und die es dort schlicht nicht gibt.
Fünf Beobachtungen aus dem laufenden Konto
- Das Gerüst ist vertraut: Kampagne, Anzeigengruppe, Anzeige. Ein Google-Ads-Mensch findet sich in fünf Minuten zurecht.
- Es gibt keine Keywords, keine Match Types und keine negativen Keywords. Gesteuert wird über ein Freitextfeld namens Kontexthinweise.
- Drei Kampagnenziele, zwei Gebotsstrategien, eine Überschrift mit 50 Zeichen. Der Werkzeugkasten ist klein.
- Der Ads Manager läuft in sieben Ländern. DACH ist nicht dabei, wer von hier aus werben will, braucht eine Gesellschaft in einem der freigegebenen Länder.
- Alle Screenshots in diesem Artikel stammen aus unserem eigenen Konto, nicht aus einer Pressemappe.
Stand und Quellen
Stand: August 2026. Der Ads Manager trägt das Kennzeichen Beta und ändert sich häufig. Unser Konto ist ein Konto in Großbritannien, abgerechnet wird in Pfund. Alle Angaben zum Interface stammen aus diesem Konto. Angaben zu Preisen, Auktionsmechanik, Länderverfügbarkeit und Werberichtlinien stammen von Search Engine Land und sind im Text als solche gekennzeichnet.
Der erste Eindruck
Das Produkt heißt schlicht Ads Manager und trägt neben dem Namen ein Kennzeichen, das man ernst nehmen sollte: Beta. Wer die Übersicht öffnet, sieht kein Dashboard voller Zahlen, sondern eine Aufgabenliste. Drei Punkte, und zwei davon stehen zwischen dir und der ersten ausgelieferten Anzeige.

Der Leistungstrend darunter kennt vier Kennzahlen: Ausgaben, Impressionen, Klicks und Klickpreis. Dazu ein Filter für Kampagnen, ein Segment-Auswahlfeld und die Zeiträume 7 Tage, 14 Tage, 30 Tage sowie ein frei wählbarer Zeitraum. Das ist deutlich weniger, als man von der Google-Ads-Übersicht gewohnt ist, und es sagt etwas über die Reifephase des Produkts.
Über allen Seiten steht ein Banner, das nicht verschwindet, solange die Einrichtung nicht abgeschlossen ist: Anzeigen werden erst ausgeliefert, wenn die Kontoeinrichtung fertig ist. Dazu später mehr.
Kampagne, Anzeigengruppe, Anzeige
Die Struktur ist eins zu eins die aus Google Ads. Eine Kampagne enthält Anzeigengruppen, eine Anzeigengruppe enthält Anzeigen. Interessant wird es bei der Frage, welche Einstellung auf welcher Ebene sitzt.
Auf der Kampagne
Name, Kampagnentyp, Ziel, Standorte und Budget. Der Kampagnentyp lautet in unserem Konto Standard. Beim Ziel wird es schnell übersichtlich: Es gibt genau drei.

Standorte lassen sich einschließen und ausschließen. Bei den Plattformen kann man zwischen der iOS-App, der Android-App und dem Web wählen, alle drei sind voreingestellt. Und beim Budget lohnt der genaue Blick.

Der Budgetdeckel ist relativ, nicht absolut
Der Hinweistext rechnet mit dem Wert, den du selbst einträgst. Bei einem eingetragenen Tagesbudget nennt er als Obergrenze das Doppelte für einen einzelnen Tag und das Siebenfache für sieben Tage. Google arbeitet dagegen mit einem Monatsdeckel aus Tagesbudget mal 30,4. Für die Planung heißt das: hier denkst du in Wochenscheiben, nicht in Monatsscheiben.
Auf der Anzeigengruppe
Hier sitzt die Gebotsstrategie, und das ist ein echter Unterschied zu Google Ads, wo sie auf der Kampagne liegt. Zur Wahl stehen Ergebnisse maximieren und ein manueller maximaler Klickpreis. Dazu kommen ein Feld für Abfrageparameter der Landingpage, eine Standard-Ziel-URL für neue Anzeigen und ein Feld, das den ganzen Kanal erklärt.

Die Abfrageparameter unterstützen die Platzhalter für Kampagne, Anzeigengruppe, Anzeige, Werbekonto und eine Kennung namens oppref. Wer den Kanal später in GA4 sauber auswerten will, setzt das gleich zu Beginn richtig, denn eine andere Datenquelle wird es nicht geben.
Was sitzt wo
| Einstellung | Google Ads | OpenAI Ads Manager |
|---|---|---|
| Kampagnenziel | Kampagne, rund acht Ziele | Kampagne, drei Ziele |
| Gebotsstrategie | Kampagne | Anzeigengruppe |
| Budget | Kampagne, Monatsdeckel | Kampagne, Sieben-Tage-Deckel |
| Inhaltliche Steuerung | Keywords in der Anzeigengruppe | Kontexthinweise als Freitext |
| Ausschlüsse | negative Keywords auf drei Ebenen | im Interface nicht vorhanden |
OpenAI Ads Vorbereitungs-Checkliste
Sechs Schritte, die du heute ohne Zugang erledigen kannst und die später darüber entscheiden, ob du in Wochen startklar bist oder in Monaten.
Die drei Stellschrauben, die fehlen
Wer aus Google Ads kommt, sucht in der Anzeigengruppe zuerst das Keyword-Feld. Es gibt keines. Es gibt auch keine Match Types, keine negativen Keywords, keinen Suchbegriffsbericht, keine Interessen, keine demografischen Merkmale, keine Gebotsanpassung nach Gerät und keinen Werbezeitplaner.
An die Stelle all dessen tritt ein optionales Freitextfeld. Der Hilfetext darunter ist bemerkenswert offen und sagt selbst, dass das Feld keine feste Regel ist:
Beschreibe die Gespräche, Themen oder Keywords, bei denen deine Produkte oder Dienstleistungen relevant sein könnten. Diese Hinweise helfen bei der Zuordnung von Anzeigen, sind jedoch keine Targeting-Regeln für exakte Übereinstimmungen.
Ein optionales Freitextfeld, dessen Beschriftung ausdrücklich sagt, dass es nicht verbindlich ist. Das ist der gesamte inhaltliche Steuerhebel des Kanals.
Kein Rückkanal
Nach Angaben von Search Engine Land bekommst du keinen Einblick, welche Unterhaltung deine Anzeige ausgelöst hat und welche Begriffe zugeordnet wurden. Bei Google baust du aus dem Suchbegriffsbericht über Monate eine immer bessere Struktur. Hier erfährst du, dass etwas funktioniert hat, aber nicht was.
Was bedeutet das für die Arbeitsweise
Wenn die Anzeigengruppe kein Keyword mehr enthält und es keinen Suchbegriffsbericht gibt, dann wird die Anzeigengruppe selbst zur Testeinheit. Man baut mehrere Gruppen mit klar unterschiedlichen Hinweis-Sets, hält die Anzeige konstant und vergleicht auf Gruppenebene. Das ist genau die Denkweise, die Performance Max ohnehin schon verlangt: wenige Hebel, viel Struktur, Geduld beim Auswerten. Wer schon einmal mit Suchthemen in Performance Max gearbeitet hat, kennt das Gefühl: Man gibt eine Richtung vor und prüft am Ergebnis, ob sie angekommen ist.
Ein Befund gegen die Intuition
Search Engine Land hat drei Varianten gegeneinander getestet: eine klassische Keyword-Liste, ausformulierte Fragen und einen vollständigen Zielgruppen-Satz. Die schlichte Keyword-Liste schlug beide anderen deutlich. Obwohl das Feld nach Gesprächen fragt, scheinen Kürze und Begriffsdichte mehr zu zählen als natürliche Sprache. Wir testen das in unserem eigenen Konto gegen und veröffentlichen die Zahlen.
Das Anzeigenformat
Eine Anzeige besteht aus vier Dingen: einer Ziel-URL, einer Überschrift, einer Beschreibung und einem Bild. Nicht aus fünfzehn Überschriften und vier Beschreibungen, die kombiniert werden. Aus genau einer Überschrift und genau einer Beschreibung.

- Überschrift: maximal 50 Zeichen, genau eine
- Beschreibung: maximal 100 Zeichen, genau eine
- Bild: PNG oder JPG, quadratisch empfohlen, mindestens 256 mal 256 Pixel
- Vorschau: zeigt live, wie die Anzeige mit Logo, Kontoname und Kennzeichnung erscheint
50 Zeichen sind mehr Platz als eine responsive Suchanzeige pro Überschrift bietet, dort sind es 30. Aber es gibt eben nur diese eine. Keine Anzeigeneffektivität, keine Asset-Berichte, keine Rotation, keine Anzeigenerweiterungen. Was du schreibst, steht genau so.
Für deutschsprachige Anzeigen ist das eine echte Einschränkung. 50 Zeichen tragen im Deutschen deutlich weniger Inhalt als im Englischen, weil Komposita Platz fressen. Das Nutzenversprechen muss in den ersten Blick, und Tests laufen nicht über Asset-Rotation, sondern über mehrere Anzeigen je Anzeigengruppe. Die Grundregeln aus unserem Beitrag zum Schreiben von Anzeigentexten gelten hier verschärft, weil dir die zweite Chance fehlt.
Neben statischen Anzeigen gibt es laut Search Engine Land Produktanzeigen aus einem Produktfeed, die seit Juli 2026 auch Preise und Sterne-Bewertungen zeigen. Der Feed wird per SFTP eingereicht. Search Engine Land beschreibt diesen Weg als mühsam und fehleranfällig.
Messung und Einwilligung
Die Conversion-Messung folgt einem bekannten Muster in vier Schritten: Datenquelle anlegen, Conversion-Ereignis anlegen, Ereignis auf der Website auslösen und protokollieren, Ereignis mit einer Kampagne verknüpfen. Beim ersten Schritt lohnt sich ein genauer Blick auf einen Schalter.

Für DACH der wichtigste Punkt des ganzen Interface
Das automatische erweiterte Matching liest nach eigener Beschreibung gehashte Kundeninformationen aus Formularen der Website aus, ohne zusätzlichen Code. Funktional ist das der Gegenpart zu den erweiterten Conversions bei Google. Der Schalter ist beim Öffnen des Dialogs bereits aktiv, nicht aus. Wer ihn unbesehen stehen lässt, startet eine Datenverarbeitung, für die es eine Rechtsgrundlage braucht. Das gehört vor dem Livegang geklärt, nicht danach. Wie so eine Klärung im Google-Ads-Umfeld aussieht, haben wir im Beitrag zum Consent Mode V2 beschrieben.
Was das Reporting zeigt und was nicht
Nach Angaben von Search Engine Land liefert der Ads Manager Impressionen, Klicks, Ausgaben, Klickrate, durchschnittlichen Klickpreis, durchschnittlichen Tausenderpreis und Conversions, jeweils auf Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Anzeigenebene. Nicht sichtbar sind die auslösenden Themen, die zugeordneten Begriffe und alles zur Person des Nutzers.
Dazu kommt eine Eigenheit, die man kennen muss, bevor man Kampagnen anlegt: Man kann fein targeten, bis auf Region und Postleitzahl, aber das Reporting segmentiert nur nach Land. Wer regionale Unterschiede sehen will, muss je Region eine eigene Kampagne bauen. Diese Entscheidung trifft man am Anfang oder gar nicht.
Zwei Tore vor der Auslieferung
Bevor auch nur eine Anzeige läuft, müssen zwei Dinge erledigt sein. Erstens die Abrechnung, im Interface als erforderlich gekennzeichnet. Zweitens die Markenprüfung des Kontos, die nach dem Anlegen automatisch startet. Solange sie läuft, weist das Konto darauf hin, dass Anzeigen möglicherweise noch nicht ausgeliefert werden.

Für die Planung heißt das: Zwischen der Entscheidung und der ersten Impression liegt eine Prüfung, deren Dauer du nicht steuerst. Wer einen Kampagnenstart zu einem festen Termin plant, sollte das Konto deutlich vorher eröffnen.
Wo die Anzeige landet
Das Interface zeigt eine Vorschau, aber nicht den Kontext. Dafür greifen wir auf Search Engine Land zurück. Danach erscheinen die Anzeigen am Ende einer Unterhaltung und sind als gesponsert gekennzeichnet. Ausgeliefert wird an Nutzer ab 18 Jahren auf der kostenlosen Stufe und der Go-Stufe sowie in ausgeloggten Sitzungen. Zahlende Abonnenten sehen keine Anzeigen.
Das ist eine wichtige Einordnung: Du erreichst nicht die Vielnutzer mit Abo, sondern die breite, kostenlose Nutzerbasis. Die Auktion arbeitet nach denselben Angaben relevanzgewichtet nach dem Zweitpreis-Verfahren, unter Einbezug von Landingpage-Relevanz, Anzeigenqualität und Gebot. Wer Ad Rank kennt, kennt das Prinzip.
Was ein Test kostet
Search Engine Land nennt ein Mindest-Tagesbudget von 25 US-Dollar, also rund 750 US-Dollar im Monat, und beobachtete Klickpreise zwischen 2 und 5 US-Dollar. Im früheren Pilotprogramm lag die Einstiegshürde bei 200.000 US-Dollar Commitment. Der Kanal ist innerhalb eines Jahres von einem Konzernprodukt zu etwas geworden, das ein Mittelständler testen kann.
Und wie es sich schlägt
Search Engine Land veröffentlicht eine Fallstudie über rund 1.500 Nutzer, die Google-Ads-Traffic und ChatGPT-Ads-Traffic in GA4 gegenüberstellt. Die Zahlen sind deutlich und gehören auf den Tisch, bevor jemand Budget verschiebt.
| Kennzahl | Google Ads | ChatGPT Ads |
|---|---|---|
| Verweildauer je aktivem Nutzer | 41 Sekunden | 17 Sekunden |
| Engagierte Sitzungen je Nutzer | 1,13 | 0,88 |
| Conversion-Rate | 3,71 Prozent | 0,21 Prozent |
Faktor 17,6 bei der Conversion-Rate. Das ist kein Grund, den Kanal abzuschreiben, aber ein sehr guter Grund, ihn nicht als Ersatz für Suchanzeigen zu budgetieren. Wer ihn mit Search-Erwartungen kauft, schaltet ihn nach zwei Wochen enttäuscht ab. Wer ihn als frühen Kontaktpunkt versteht und entsprechend bewertet, sieht etwas anderes.
Was das für dein Google-Ads-Konto heißt
Kurzfristig: nichts. Der Ads Manager läuft nach Angaben von Search Engine Land in den USA, Australien, Kanada, Japan, Neuseeland, Südkorea und Großbritannien. Wer den Ads Manager aus einem anderen Land aufruft, bekommt den Hinweis, dass er dort noch nicht verfügbar ist. Unser Konto läuft deshalb über unsere Gesellschaft in Großbritannien.
Mittelfristig gibt es aber sehr wohl etwas zu tun, und zwar Dinge, die lange Vorlauf brauchen. Die drei wichtigsten:
- Prüfe, ob der Kanal überhaupt zu dir passt. Search Engine Land nennt als bestes Eignungssignal: Bekommst du heute schon organischen Traffic aus ChatGPT? Das siehst du in GA4 unter Zugriffsquellen, wenn du die Dimension auf Sitzungsquelle umstellst. Die Kanalgruppe für KI-Assistenten wirft alle Anbieter in einen Topf, und sie untertreibt, weil Klicks aus den nativen Apps oft ohne Referrer ankommen.
- Baue deine eigene Kundenliste auf. Zielgruppen sind laut Search Engine Land erst ab 25.000 gematchten Nutzern möglich. Andere Zielgruppenarten gibt es nicht. Wer heute 3.000 Adressen hat, braucht Jahre bis zur Schwelle, und wer heute nicht anfängt, kommt nie dort an. Wie man solche Listen systematisch aufbaut, steht in unserer Anleitung zu First-Party-Zielgruppen in Google Ads.
- Bring deine Messung in Ordnung. Der Kanal liefert keine Suchbegriffe und keine Themen. Du wirst ihn über GA4 und saubere Parameter bewerten oder gar nicht. Was heute schief steht, wird später nicht besser - der Beitrag zum Einrichten von Conversion-Tracking ist dafür der richtige Startpunkt.
Und noch ein Punkt, der Agenturen betrifft: Nach Angaben von Search Engine Land dürfen Agenturen kein Konto im Namen eines Kunden anlegen. Der Kunde eröffnet, die Agentur wird als Nutzer eingeladen. Ein Gegenstück zum Google Ads Verwaltungskonto gibt es nicht. Wer zehn Kunden betreut, hat zehn getrennte Konten ohne Dachstruktur.
Und noch eine Einordnung, weil die Frage sicher kommt: Der Kanal ist etwas anderes als ChatGPT als Werkzeug im Arbeitsalltag. Wer damit heute schon Kampagnenarbeit beschleunigt, findet in unserem Beitrag zu ChatGPT für Google Ads den passenden Werkzeugkasten. Hier geht es um etwas anderes: nicht ChatGPT als Helfer, sondern ChatGPT als Werbeplatz.
Die wichtigsten Rückfragen
Kann ich OpenAI Ads aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz schalten?▼
Gibt es im OpenAI Ads Manager Keywords?▼
Welche Kampagnenziele bietet der OpenAI Ads Manager?▼
Wie sieht eine Anzeige im OpenAI Ads Manager aus?▼
Was kostet ein Test mit OpenAI Ads?▼
Können Agenturen ein Konto für ihre Kunden anlegen?▼
Quellen
Alle Screenshots und Angaben zum Interface stammen aus einem aktiven Werbekonto von galineo im OpenAI Ads Manager, Stand August 2026. Ergänzende Angaben zu Preisen, Auktionsmechanik, Länderverfügbarkeit, Reporting-Umfang und Werberichtlinien stammen aus „How to run ChatGPT ads“ bei Search Engine Land und sind im Text als solche gekennzeichnet.
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