Guides12 min Lesezeit2026-08-12

Google Keyword Planner: Kostenlose Keyword-Analyse Schritt für Schritt

Der Google Keyword Planner ist kostenlos zugänglich - aber nur, wenn du die Zugangshürden kennst und weißt, welche Ansicht für dein Ziel sinnvoll ist. Diese Anleitung zeigt dir den vollständigen Prozess: von der Kontoeinrichtung über die richtige Einstellung bis zum sauberen Datenexport, inklusive der Fehler, die KMU-Verantwortliche am häufigsten machen.

Was beim Google Keyword Planner wirklich zählt

  • Der Keyword Planner ist kostenlos nutzbar, erfordert aber ein aktives Google-Ads-Konto - auch ohne laufende Kampagne.
  • Ohne aktive Werbeausgaben zeigt Google nur Volumenbereiche statt exakter Zahlen - das ist kein Bug, sondern eine bewusste Einschränkung.
  • Der Wettbewerbswert LOW/MEDIUM/HIGH spiegelt die Anzeigendichte auf dem Display-Netzwerk wider - nicht den echten Auktionswettbewerb im Search.
  • Falsche Sprach- und Regionseinstellungen sind der häufigste Grund, warum Volumenangaben nicht zur Realität passen.
  • Der CSV-Export lässt sich direkt in Google Sheets weiterverarbeiten - mit einfachen Filtern und Pivot-Tabellen zur schnellen Keyword-Priorisierung.

Voraussetzungen: Konto und Zugang richtig einrichten

Der Google Keyword Planner ist Teil von Google Ads und setzt ein bestehendes Konto voraus. Die gute Nachricht: Du brauchst keine laufenden Kampagnen und keine Kreditkarte, um die Recherchefunktionen zu nutzen. Die schlechte Nachricht: Google macht es Einsteigern nicht leicht, den «Expertenmodus» zu erreichen, ohne vorher Anzeigen schalten zu wollen.

Schritt 1: Google-Ads-Konto anlegen ohne Kampagne zu starten

Wenn du ein neues Konto erstellst, führt dich Google standardmäßig durch einen Einrichtungsassistenten, der auf eine erste Kampagne drängt. Um diesen zu umgehen und direkt in den Keyword Planner zu gelangen, nutze folgenden Weg: Besuche ads.google.com, klicke auf «Neues Konto erstellen» und wähle am unteren Ende der Zielseite den Link «Zu Expertenmodus wechseln» oder «Ohne Kampagne fortfahren». Dieser Link ist bewusst klein gehalten - such ihn unterhalb der Kampagnenoptionen.

Hast du den Expertenmodus erreicht, findest du den Keyword Planner unter: Tools und Einstellungen (Schraubenschlüssel-Symbol) > Planung > Keyword-Planer.

Das Volumenproblem: Bereiche statt exakter Zahlen

Konten ohne aktive Ausgaben erhalten statt exakter Monatswerte nur grobe Bereiche - zum Beispiel «1.000-10.000» statt «4.400». Google begründet das nicht öffentlich, aber in der Praxis ist der Unterschied erheblich: Ein Keyword mit 1.000 und eines mit 9.500 Suchanfragen pro Monat liegen in derselben Bandbreite, rechtfertigen aber sehr unterschiedliche Budgetentscheidungen.

Tipp

Der schnellste Weg zu exakten Volumenwerten ist eine laufende Kampagne mit minimalem Tagesbudget - selbst 1-2 Euro täglich reichen, damit Google präzisere Daten freigibt. Alternativ hilft die Verlinkung eines Google-Merchant-Center-Kontos oder eines aktiven Google-Analytics-4-Kontos in manchen Fällen, obwohl das nicht offiziell dokumentiert ist.

Für eine erste Einschätzung reichen die Bereiche trotzdem aus: Du erkennst, ob ein Keyword Nischen-Traffic (unter 100) oder relevantes Volumen (über 1.000) hat.

Keyword-Planner-Checkliste: 10 Schritte zur sauberen Keyword-Analyse

Schritt-für-Schritt-Checkliste, mit der du den Google Keyword Planner ohne Streuverluste für Search-Kampagnen nutzt - inklusive Fallen-Liste.

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Zwei Ansichten - welche wann sinnvoll ist

Der Keyword Planner bietet zwei grundlegend verschiedene Einstiegspunkte, die für unterschiedliche Phasen der Recherche gedacht sind. Den Unterschied zu kennen spart viel Zeit und verhindert, dass du mit den falschen Daten arbeitest.

AnsichtZweckWann nutzen?Typische Eingabe
Neue Keywords entdeckenIdeenfindung, Themenfelder erkundenZu Beginn der RechercheSeed-Keywords oder Website-URL
Suchvolumen und Prognosen abrufenValidierung einer vorhandenen ListeWenn du Keywords bereits kennstFertige Keyword-Liste einfügen

Die zweite Ansicht wird häufig unterschätzt: Wenn du bereits eine erste Keyword-Liste aus Brainstorming, Wettbewerberanalyse oder Kundengesprächen hast, lieferst du diese direkt ein und erhältst sofort Volumen, CPC-Richtwerte und saisonale Trends - ohne den Umweg über neue Vorschläge.

Achtung

Viele Einsteiger beginnen immer mit «Neue Keywords entdecken» und sortieren dann manuell. Das führt zu langen Listen mit vielen irrelevanten Vorschlägen. Wenn du bereits weißt, welche Begriffe deine Zielgruppe nutzt, spare Zeit und starte direkt mit der Volumen-Ansicht.

Neue Keywords entdecken: Schritt für Schritt

Diese Ansicht eignet sich, wenn du ein neues Themenfeld erschließt oder dir unsicher bist, wie deine Zielgruppe sucht. Der Planner generiert Vorschläge auf Basis deiner Eingaben - entweder Seed-Keywords, eine URL oder beides kombiniert.

Schritt 1: Sprache und Region korrekt setzen

Bevor du irgendetwas eingibst: Prüfe oben rechts im Planner die Einstellungen für Sprache und geografische Ausrichtung. Die Standardeinstellung ist häufig auf «Alle Sprachen» und «Deutschland» oder sogar global gesetzt. Für DACH-Kampagnen brauchst du in der Regel «Deutsch» als Sprache und die jeweiligen Länder einzeln - Deutschland, Österreich, Schweiz - oder kombiniert.

Fehler

Wenn du Volumen für «Steuerberater Wien» abrufst, aber die Region auf «Deutschland» gesetzt ist, erhältst du verfälschte oder keine sinnvollen Werte. Das Volumen erscheint zu niedrig, weil österreichische Suchanfragen nicht erfasst werden.

Schritt 2: Seed-Keywords präzise wählen

Gib 2-5 spezifische Begriffe ein, die dein Angebot direkt beschreiben. Vermeide zu breite Begriffe wie «Software», «Marketing» oder «Beratung» als alleinige Eingabe - der Planner generiert dann tausende irrelevante Vorschläge, die du stundenlang filtern müsstest.

Ein Beispiel: Statt «Versicherung» als Seed-Keyword nutze «Betriebshaftpflicht Handwerk» oder «Berufshaftpflicht Architekt». Die Vorschläge sind dann direkt verwertbar und zeigen dir semantisch verwandte Begriffe, die du vielleicht noch nicht kanntest.

Schritt 3: Ergebnisse filtern und einschränken

Nach der ersten Ausgabe erhältst du häufig 200-600 Keyword-Vorschläge. Nutze die Filteroptionen oben in der Ergebnisliste:

  • Mindest-Suchvolumen festlegen (z.B. ab 100/Monat für DACH-relevante Keywords)
  • Keyword-Text muss bestimmte Wörter enthalten oder ausschließen
  • Wettbewerbsfilter auf LOW oder MEDIUM einschränken, wenn Budget begrenzt ist
  • CPC-Bereich eingrenzen, um Ausreißer nach oben zu erkennen

Best Practice

Nutze die URL-Option zusätzlich zu deinen Seed-Keywords: Gib die URL einer Wettbewerber-Landingpage ein. Der Planner analysiert den Seiteninhalt und schlägt Keywords vor, die du möglicherweise übersehen hast. Das ist einer der wenigen Wege, ohne kostenpflichtige Tools erste Wettbewerber-Insights zu gewinnen.

Suchvolumen abrufen: Schritt für Schritt

Wenn du bereits eine Liste mit Begriffen hast - aus Kundengesprächen, internen Workshops oder einer Wettbewerberanalyse - ist «Suchvolumen und Prognosen abrufen» der effizientere Einstieg.

Liste vorbereiten und einfügen

Füge deine Keywords zeilenweise oder kommagetrennt in das Eingabefeld ein. Du kannst bis zu mehrere hundert Keywords auf einmal einspeisen. Achte darauf, keine doppelten Einträge zu haben - der Planner fasst sie zwar zusammen, aber eine saubere Eingabe beschleunigt die spätere Arbeit.

Das «Durchschnittliche monatliche Suchvolumen» richtig lesen

Diese Spalte zeigt den Durchschnitt der letzten 12 Monate. Das bedeutet: Ein Keyword mit saisonalem Hoch im Dezember und kaum Suchen im Juli weist trotzdem einen gemittelten Monatswert aus, der in keinem einzelnen Monat wirklich zutrifft.

Klicke auf ein einzelnes Keyword, um den monatlichen Verlauf zu sehen. Dieser Schritt ist besonders wichtig für:

  • Saisonale Produkte und Dienstleistungen (Heizung, Steuer, Tourismus)
  • Kampagnen mit begrenztem Zeitraum
  • Budgetplanung für einzelne Quartale
Spalte im PlannerWas sie zeigtWorauf achten?
Durchschn. monatliche Suchanfragen12-Monats-DurchschnittSaisonverlauf immer separat prüfen
WettbewerbAnzeigendichte (Display-basiert)Nicht mit Search-Wettbewerb gleichsetzen
Gebot oben auf der Seite (unterer Bereich)Historischer CPC-RichtwertNur Orientierung, kein Garantiewert
Gebot oben auf der Seite (oberer Bereich)CPC-Richtwert für Top-PositionenZeigt realistisches Budget-Szenario für Position 1-3

Wettbewerbswert LOW/MEDIUM/HIGH verstehen - und richtig einordnen

Der Wettbewerbswert im Keyword Planner ist eines der am häufigsten falsch interpretierten Felder. Viele Einsteiger nehmen «HIGH» als Signal, ein Keyword sei zu teuer oder zu umkämpft für ihr Budget. Das ist nicht zwingend richtig - und kann zu falschen strategischen Entscheidungen führen.

Was der Wert tatsächlich misst

Der Wettbewerbswert LOW/MEDIUM/HIGH im Keyword Planner basiert auf der Anzahl der Werbetreibenden, die auf ein Keyword bieten - bezogen auf alle Google-Produkte, einschließlich Display-Netzwerk. Er ist ein relatives Maß dafür, wie viele Anzeigenplätze für dieses Keyword im Verhältnis zu allen verfügbaren Plätzen gebucht sind.

Dieser Wert unterscheidet sich vom tatsächlichen Auktionswettbewerb in der Google-Suche auf mehrere Arten:

MerkmalWettbewerb im PlannerEchter Auktionswettbewerb (Search)
DatengrundlageAlle Google-WerbenetzwerkeNur Suchanzeigen zur Laufzeit
QualitätsfaktorNicht berücksichtigtEntscheidend für Position und CPC
Zielgruppen-KontextNicht abgebildetBeeinflusst tatsächlichen Gebotspreis
AktualitätHistorisch aggregiertEchtzeit-Auktion bei jeder Suche

Praktische Konsequenz für deine Keyword-Strategie

Ein Keyword mit «HIGH» im Planner kann in deiner spezifischen Branche, Region und Zielgruppe trotzdem günstig zu schalten sein - etwa weil wenige direkte Wettbewerber dasselbe Publikum ansprechen. Umgekehrt kann «LOW» täuschen, wenn eine kleine Zahl sehr aggressiver Bieter den Markt dominiert.

Tipp

Für eine belastbare Einschätzung des echten Wettbewerbs schau dir die Gebotsschätzungen «oben auf der Seite» an - beide Bereiche. Die Spanne zwischen unterem und oberem Wert zeigt dir, wie stark der Preis je nach Qualitätsfaktor und Wettbewerb variiert. Eine große Spanne deutet auf einen heterogenen Markt hin.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Die meisten Fehler im Keyword Planner entstehen nicht durch mangelndes Wissen über Keywords, sondern durch falsche Einstellungen und Missverständnisse bei der Dateninterpretation. Hier sind die häufigsten Probleme aus der Praxis.

Fehler 1: Falsche Sprach- und Regionseinstellung

Dieser Fehler ist so häufig, dass er an erster Stelle steht. Die Standardeinstellungen im Planner passen selten zur eigenen Kampagnengeografie. Überprüfe vor jeder Recherche:

  • Sprache auf «Deutsch» gesetzt (nicht «Alle Sprachen»)
  • Region auf die tatsächlichen Zielländer eingeschränkt
  • Für Österreich und Schweiz eigene Abfragen erstellen, da Suchbegriffe und Volumina abweichen

Fehler 2: Zu breite Seed-Keywords

Wer «Immobilien» oder «Versicherung» als einziges Seed-Keyword eingibt, erhält eine Liste, die praktisch unbrauchbar ist - tausende Begriffe ohne erkennbare Priorität. Sprich: Je spezifischer deine Eingabe, desto verwertbarer die Ausgabe. Nutze immer 3-4 beschreibende Begriffe, die deinen konkreten Dienst oder dein Produkt abbilden.

Fehler 3: Durchschnittliches Suchvolumen als absolute Zahl behandeln

Der angezeigte Monatsdurchschnitt ist eine Näherung. Google rundet Werte, fasst ähnliche Suchanfragen zusammen und basiert die Ausgabe auf historischen Daten. Das bedeutet: Ein Keyword mit 880 monatlichen Suchen könnte tatsächlich zwischen 600 und 1.100 liegen, je nach Monat und Matching-Verhalten. Nutze die Werte zur Priorisierung, nicht als Budget-Grundlage.

Fehler 4: Match-Typen nicht berücksichtigen

Der Keyword Planner zeigt Volumenwerte standardmäßig ohne Unterscheidung nach Match-Typ. In der echten Kampagne entscheidet der Match-Typ (Exact, Phrase, Broad) aber erheblich darüber, welche Suchanfragen deine Anzeige auslösen - und damit auch, wie viel Traffic ein Keyword tatsächlich liefert. Plane die Match-Typen bereits bei der Keyword-Auswahl mit ein.

Fehler 5: Fehlende Negativkeyword-Perspektive

Keyword-Recherche bedeutet nicht nur, passende Begriffe zu finden, sondern auch unpassende auszuschließen. Schau dir bei jedem Keyword die semantisch verwandten Vorschläge an - viele davon verraten dir, welche Negativ-Keywords du von Anfang an setzen solltest. «Kostenlos», «Stellenangebote» oder «Anleitung» sind klassische Ausschlusskandidaten für kommerzielle Kampagnen.

Best Practice

Führe eine separate Liste mit Negativkeyword-Kandidaten parallel zur Keyword-Recherche. Wenn du im Planner Begriffe siehst, die klar nicht zu deinem Angebot passen, notiere sie direkt - das spart später Zeit beim Kampagnen-Setup und reduziert unnötige Klickkosten von Anfang an.

Keyword-Planner-Checkliste: 10 Schritte zur sauberen Keyword-Analyse

Schritt-für-Schritt-Checkliste, mit der du den Google Keyword Planner ohne Streuverluste für Search-Kampagnen nutzt - inklusive Fallen-Liste.

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Export und Weiterverarbeitung der Daten

Der Keyword Planner erlaubt einen kostenlosen Datenexport, der sich direkt in Google Sheets oder Excel weiterverarbeiten lässt. So funktioniert der Prozess sauber.

CSV-Export durchführen

In der Keyword-Ergebnisliste findest du oben rechts das Download-Symbol. Wähle «CSV herunterladen». Die exportierte Datei enthält:

  • Keyword-Text
  • Durchschnittliches monatliches Suchvolumen
  • Wettbewerbswert (als Dezimalzahl zwischen 0 und 1)
  • Gebotsschätzung unterer Bereich
  • Gebotsschätzung oberer Bereich
  • Monatliche Volumen-Aufschlüsselung (je nach Kontostand)

Achtung

Der Wettbewerbswert erscheint in der CSV-Datei als Dezimalzahl (0,34 statt «LOW»). Das ist die Rohzahl hinter der farbigen Anzeige im Interface. Werte unter 0,33 entsprechen grob «LOW», 0,33-0,66 «MEDIUM» und darüber «HIGH».

Weiterverarbeitung in Google Sheets

Importiere die CSV-Datei in Google Sheets über Datei > Importieren > Hochladen. Danach empfehlen sich folgende Schritte zur schnellen Auswertung:

Schritt 1 - Filter setzen: Aktiviere AutoFilter für alle Spalten. Filtere Suchvolumen nach Mindestwert (z.B. ab 100), um Nischen-Keywords mit marginaler Reichweite vorab auszuschließen.

Schritt 2 - Prioritätsspalte ergänzen: Füge eine Spalte «Priorität» hinzu und bewerte jedes Keyword nach Relevanz für dein Angebot auf einer einfachen Skala (1-3). Das ist schneller als komplexe Scoring-Modelle und reicht für erste Entscheidungen.

Schritt 3 - Themencluster bilden: Gruppiere Keywords in Themenfelder, die deinen geplanten Anzeigengruppen entsprechen. Halte dabei Exact-Match-Kandidaten und Phrase-Match-Keywords getrennt.

Schritt 4 - Negativ-Kandidaten markieren: Erstelle eine separate Spalte oder ein separates Tabellenblatt für Keywords, die du als Negativ-Keywords eintragen willst.

Tipp

Du kannst bearbeitete Keyword-Listen direkt aus Google Sheets als CSV exportieren und im Google Ads Editor importieren. Das spart mehrfaches Kopieren und reduziert Tippfehler beim Keyword-Upload.

Von der Keyword-Liste zur Kampagnenstrategie

Eine saubere Keyword-Liste aus dem Planner ist ein solider Ausgangspunkt - aber nur einer. Die eigentliche strategische Entscheidung beginnt danach: Welche Keywords rechtfertigen ein Budget? Welche Themenfelder sind für dein Unternehmen priorisiert? Und wie verhält sich dein Wettbewerb auf diesen Begriffen?

Der Keyword Planner zeigt dir, was gesucht wird und was es grob kostet. Was er nicht zeigt: Wer konkret auf diesen Begriffen schaltet, welche Anzeigenformate Wettbewerber nutzen und wie deren Landingpages aufgebaut sind. Diese Lücke ist der Punkt, an dem eine strukturierte Wettbewerbs-Analyse ansetzt - sie verbindet die Keyword-Daten mit dem echten Marktverhalten deiner Konkurrenz.

Keyword-Cluster in Anzeigengruppen überführen

Jede Anzeigengruppe sollte ein klar abgegrenztes Thema abbilden - und die Keywords innerhalb der Gruppe müssen semantisch eng zusammenhängen. Eine Anzeigengruppe mit 50 thematisch gemischten Keywords führt zu schwachen Qualitätsfaktoren und unnötig hohen CPCs.

Faustregel für KMU mit begrenztem Budget: Starte mit 3-5 eng gefassten Anzeigengruppen, jeweils mit 5-15 Keywords. Das ist überschaubar zu managen und liefert sauberere Daten für die ersten Optimierungsrunden.

Volumen-Daten mit Conversion-Wahrscheinlichkeit abgleichen

Hohes Suchvolumen ist kein Selbstzweck. Ein Keyword mit 5.000 monatlichen Suchen, das hauptsächlich Nutzer in frühen Recherchephasen anzieht, kann teurer sein als ein Keyword mit 200 Suchen, das direkt kaufbereite Nutzer erreicht. Achte bei der Priorisierung auf die Suchintention hinter jedem Begriff:

  • Transaktionale Keywords (kaufen, bestellen, Angebot, Preis) - hohe Conversion-Wahrscheinlichkeit
  • Navigationale Keywords (Markenname + Produkt) - bekannte Kaufabsicht
  • Informationale Keywords (Was ist, Wie funktioniert, Vergleich) - frühe Phase, niedrigere Conversion

Best Practice

Nutze die Keyword-Planner-Daten als Hypothesengrundlage, nicht als Handlungsanweisung. Deine eigenen Kampagnendaten - Suchbegriffberichte, Conversion-Raten, Qualitätsfaktoren - sind nach einigen Wochen Laufzeit die verlässlichere Basis für Entscheidungen als jede externe Recherche.

Keyword-Planner-Checkliste: 10 Schritte zur sauberen Keyword-Analyse

Schritt-für-Schritt-Checkliste, mit der du den Google Keyword Planner ohne Streuverluste für Search-Kampagnen nutzt - inklusive Fallen-Liste.

Mit dem Download akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

Fragen aus der Praxis

Ist der Google Keyword Planner wirklich kostenlos?
Ja, der Google Keyword Planner ist grundsätzlich kostenlos nutzbar. Du benötigst lediglich ein Google-Ads-Konto, das sich ohne Kreditkarte und ohne laufende Kampagne anlegen lässt. Die einzige Einschränkung: Ohne aktive Werbeausgaben zeigt Google statt exakter Monatswerte nur grobe Volumenbereiche (z.B. «1.000-10.000»). Für erste Einschätzungen reicht das in den meisten Fällen aus.
Warum zeigt der Keyword Planner nur Volumenbereiche statt exakter Zahlen?
Google schränkt die Datenpräzision für Konten ohne aktive Werbeausgaben bewusst ein. Konten mit laufenden Kampagnen - auch mit sehr kleinem Budget - erhalten genauere Volumenwerte. Alternativ kann die Verknüpfung eines aktiven Google-Analytics-4-Kontos in manchen Fällen helfen, obwohl das von Google nicht offiziell dokumentiert ist. Für strategische Entscheidungen solltest du mit exakten Zahlen arbeiten und daher mindestens eine kleine Testkampagne starten.
Was bedeutet «HIGH» beim Wettbewerbswert im Keyword Planner?
Der Wettbewerbswert LOW/MEDIUM/HIGH misst die Anzahl der Werbetreibenden, die auf ein Keyword bieten - bezogen auf alle Google-Werbenetzwerke inklusive Display. Er ist kein direktes Maß für den Wettbewerb in der Google-Suche. Ein Keyword mit «HIGH» kann in deiner spezifischen Branche und Region trotzdem erschwinglich sein, wenn die direkten Wettbewerber überschaubar sind. Nutze die CPC-Gebotsschätzungen als ergänzende Information.
Wie exportiere ich Keywords aus dem Keyword Planner?
In der Keyword-Ergebnisliste findest du oben rechts ein Download-Symbol. Klicke darauf und wähle «CSV herunterladen». Die Datei enthält alle sichtbaren Kennzahlen inklusive Suchvolumen, Wettbewerbswert als Dezimalzahl und CPC-Schätzungen. Diese CSV lässt sich direkt in Google Sheets importieren (Datei > Importieren) und dort mit Filtern und Pivot-Tabellen weiterverarbeiten.
Welche Einstellung muss ich für DACH-Kampagnen im Keyword Planner vornehmen?
Setze die Sprache auf «Deutsch» und wähle die Zielregionen explizit aus: Deutschland, Österreich und/oder Schweiz - je nach deiner tatsächlichen Kampagnengeografie. Führe für Österreich und die Schweiz separate Abfragen durch, da Suchbegriffe, Schreibweisen und Volumina zwischen den Ländern abweichen können. Die Standardeinstellung des Planners passt in der Regel nicht zu DACH-Kampagnen und muss manuell angepasst werden.

Keyword-Daten vorhanden - was ist der nächste Schritt?

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