Google Ads News Juli 2026: Ziel-Gebote werden verbindlich, neue Pflichten für Auto-Assets & die DSA-Timeline
Ab dem 17. August optimiert Google budget-begrenzte Kampagnen konsequent ans gesetzte Ziel - die stille Übererfüllung deines Ziel-CPA entfällt. Seit dem 1. Juli machen dich neue Nutzungsbedingungen offiziell für KI-generierte Kampagnen und Assets verantwortlich. Dazu: Promotion Mode als neue Peak-Season-Steuerung und die verlängerte DSA-Migrations-Timeline bis Februar 2027.
Das Wichtigste in Kürze
- Ziel-Gebote werden wörtlich genommen: Ab 17. August liefern budget-begrenzte Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS konsistent am gesetzten Ziel - wer bisher unter Ziel eingekauft hat, zahlt dann den eingetragenen Wert.
- Bid Target Adjustment Tool seit 6. Juli: Neues Tool im Konto zeigt historische Performance und lässt dich Ziele vor dem Stichtag anpassen. Google ändert nichts automatisch.
- Neue Nutzungsbedingungen seit 1. Juli: Du bist vertraglich verpflichtet, automatisch generierte Kampagnen und Assets zu prüfen, freizugeben oder zu entfernen - und brauchst die Rechte an allen Inputs.
- Promotion Mode (Beta): Temporäre Ziel- und Budget-Anpassung für Peak-Phasen mit eingebautem Enddatum - für Search und Performance Max.
- DSA-Timeline verlängert: Auto-Upgrades von Dynamic Search Ads auf AI Max starten im September 2026, die finale Deadline wurde auf Februar 2027 verschoben.
1. Ziel-Gebote werden verbindlich: Schluss mit der stillen Übererfüllung
Google ändert ab dem 17. August 2026, wie budget-begrenzte Kampagnen mit Ziel-Gebotsstrategien arbeiten. Bisher durfte eine Kampagne ihr Ziel übererfüllen: Ziel-CPA 10 Euro eingetragen, tatsächlich für 5 Euro eingekauft - der Klassiker in gut laufenden Accounts. Ab dem Stichtag optimiert Smart Bidding konsequent AN das gesetzte Ziel heran, nicht darunter.
Google verkauft das als „konsistentere und planbarere Performance“. Die andere Seite: Wer seinen Ziel-CPA großzügig gesetzt hat, weil die Kampagne ohnehin besser lief, bekommt ab August genau diese großzügige Zahl als Realität - mehr Volumen, aber teurere Conversions.
| Szenario | Bis 16. August | Ab 17. August |
|---|---|---|
| Ziel-CPA 10 €, Ist 5 € | Kampagne liefert weiter bei ~5 € | CPA steigt Richtung 10 € |
| Budget-Erhöhung | Effizienz kann abrutschen | Performance bleibt am Ziel stabil |
| Planbarkeit | Ziel = Obergrenze mit Luft | Ziel = tatsächlicher Einkaufspreis |
| Steuerung | „Grob richtig“ reicht | Ziele müssen exakt stimmen |
Betroffen sind Search, Shopping, Performance Max, Demand Gen und Travel - Display und Hotel arbeiten bereits nach dem neuen Verhalten. App-, Video-Reach- und Video-View-Kampagnen bleiben beim alten Modell. Bei Multi-Channel-Kampagnen wie PMax und Demand Gen kann sich zusätzlich die Traffic-Verteilung zwischen den Kanälen verschieben.
Die eigentliche Falle: vergessene Ziele
In vielen Accounts stehen Ziel-Werte, die vor Monaten gesetzt und nie nachgezogen wurden, weil die Kampagne „eh besser lief“. Genau diese Kampagnen verteuern sich ab dem 17. August unbemerkt. Prüfe jede budget-begrenzte Kampagne mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS gegen ihre tatsächliche Performance der letzten 30 bis 90 Tage.
Seit 6. Juli im Konto: Das Bid Target Adjustment Tool
Damit die Umstellung nicht blind passiert, rollt Google seit dem 6. Juli das Bid Target Adjustment Tool aus. Es zeigt dir pro Kampagne die historische Performance im Verhältnis zum gesetzten Ziel und lässt dich neue Ziele direkt anwenden - inklusive Benachrichtigung im Konto, welche Kampagnen betroffen sind.
Wichtig: Google passt nichts automatisch an
Das Tool ist reine Entscheidungshilfe. Wenn du bis zum 17. August nichts tust, bleiben deine eingetragenen Ziele stehen - und werden dann wörtlich genommen. Du hast also rund sechs Wochen, um Ziele auf die tatsächliche Performance zu setzen oder Budgets bewusst zu erhöhen.
Unsere Empfehlung: Nutze das Tool als Anlass für eine komplette Ziel-Inventur. Eine Übersicht aller Strategien und wann welche sinnvoll ist, findest du im Gebotsstrategien-Guide.
2. Neue Nutzungsbedingungen: Auto-Assets sind jetzt offiziell dein Problem
Zum 1. Juli 2026 hat Google seine Advertising Program Terms aktualisiert. Die alte Fassung beschrieb Automatisierung als optionale Funktionen, die man aktiv einschaltet. Die neue Fassung beschreibt Google Ads so, wie es 2026 tatsächlich funktioniert: Automatisierung ist kein Feature mehr, sondern das System, an dem du teilnimmst.
Konkret schreiben die neuen Bedingungen zwei Pflichten fest: Du musst die Rechte an allen Inputs haben, die du bereitstellst - und du bist verpflichtet, automatisch generierte Kampagnen und Anzeigen-Assets zu prüfen, freizugeben oder zu entfernen. Als Inputs zählen ausdrücklich auch Eingaben in Konversations-Tools, URLs und gecrawlter Website-Content.
Deine Website ist jetzt Anzeigen-Rohmaterial
Google zieht sich Inputs für automatisch erstellte Assets aus deiner gesamten Website - auch aus veralteten Blogposts, abgelaufenen Aktionen und Support-Seiten. Ein „20% Rabatt“-Banner von 2024 kann so in einer Anzeige von heute landen. Und haften tust du, nicht Google.
Praktisch heißt das: Auto-Assets brauchen eine feste Review-Routine, PMax-Landing-Page-Berichte zeigen dir, welche Seiten Google tatsächlich nutzt, und mit Page Feeds plus URL-Ausschlüssen steuerst du, was als Rohmaterial infrage kommt.
3. Promotion Mode & Smart Bidding Exploration: mehr Hebel für die Automatik
Passend zur Ziel-Umstellung baut Google die Steuerungs-Werkzeuge aus. Der neue Promotion Mode (Beta) löst ein altes Problem: Peak-Phasen wie Black Friday, Produkt-Launches oder Flash Sales, in denen man Ziele und Budgets temporär lockern will - und hinterher regelmäßig vergisst, sie zurückzustellen.
Promotion Mode (Beta)
Temporär ROAS-Ziele anpassen und Zusatzbudget freigeben - mit Enddatum im Setup. Danach kehrt die Kampagne automatisch zu den Standardwerten zurück. Für Search und PMax, mit Tages- und Gesamtbudgets.
Smart Bidding Exploration
Jetzt global in allen Sprachen für PMax ohne Produkt-Feed verfügbar. Für Shopping und PMax mit Feed startet eine eigene Beta. Erschließt neue Suchkategorien - mit entsprechend mehr Streuung.
Einordnung für die Praxis
Promotion Mode ist die sauberere Alternative zu manuellen Ziel-Änderungen vor Aktionszeiträumen - gerade nach dem 17. August, wenn Ziel-Änderungen direkter durchschlagen. Smart Bidding Exploration dagegen nur mit sauberem Conversion-Tracking und gepflegten Ausschlüssen aktivieren: Mehr Exploration heißt immer auch mehr Streuverlust, wenn das Fundament nicht steht.
4. DSA zu AI Max: Auto-Upgrades ab September, Deadline Februar 2027
Das Ende von Dynamic Search Ads hatten wir in den Juni-News bereits als Deadline-Thema - jetzt hat Google die offizielle Timeline nachgeschoben und dabei verlängert:
September 2026: Auto-Upgrades starten
Bestehende DSA-Kampagnen werden schrittweise automatisch auf AI Max migriert, neue DSA-Kampagnen lassen sich nicht mehr anlegen. Accounts mit automatisch erstellten Assets oder Broad Match auf Kampagnenebene sind zuerst dran.
Februar 2027: Finale Deadline (verlängert)
Alle verbleibenden DSA-Kampagnen werden migriert. Beim Upgrade werden alle drei AI-Max-Features aktiviert - Search Term Matching, Text Customization und Final URL Expansion - deine bestehenden URL-Regeln bleiben dabei erhalten.
Selbst upgraden statt migriert werden
Google empfiehlt das freiwillige Upgrade vor September - und ausnahmsweise stimmen wir zu. Wer selbst umstellt, kontrolliert den Zeitpunkt, kann die drei AI-Max-Features einzeln testen und behält saubere Vergleichsdaten. Wer wartet, bekommt die Migration irgendwann zwischen September und Februar - mitten im Q4, wenn es am wenigsten passt.
Am Rande: Zum 6. Juli hat Google außerdem die Richtlinien für Local Services Ads aufgeräumt - sie heißen jetzt „Local Services Ads requirements“, veraltete Regeln wurden gestrichen. Für die meisten DACH-Accounts ohne LSA-Nutzung ohne Auswirkung.
Das große Bild: Google nimmt dich beim Wort
Die Juli-News wirken auf den ersten Blick technisch - zusammen erzählen sie aber eine klare Geschichte:
Deine Ziele werden wörtlich genommen
Ziel-CPA und Ziel-ROAS sind ab August keine Obergrenze mit Luft mehr, sondern der Preis, den du tatsächlich zahlst. Schlampige Ziele = teure Ziele.
Deine Verantwortung wird vertraglich festgeschrieben
Die KI generiert, du haftest. Die neuen Terms machen aus der Review-Empfehlung eine Pflicht - wer Auto-Assets laufen lässt, ohne hinzuschauen, trägt das Risiko allein.
Die Alt-Formate laufen aus
DSA war das letzte große „halbautomatische“ Format. Mit der Migration zu AI Max ist der Umbau des Search-Stacks Richtung KI praktisch abgeschlossen.
Der rote Faden seit der Marketing Live im Mai: Google automatisiert die Ausführung und formalisiert gleichzeitig deine Verantwortung für die Vorgaben. Wer seine Zahlen kennt - echten Deckungsbeitrag, echten maximalen CPA - profitiert von der Planbarkeit. Wer mit Bauchgefühl-Zielen arbeitet, zahlt dafür ab August wörtlich.
Dein Aktionsplan: Was du jetzt tun solltest
6 konkrete Maßnahmen
- 1Ziel-Inventur machen - Liste alle budget-begrenzten Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS und vergleiche das eingetragene Ziel mit der Ist-Performance der letzten 30 bis 90 Tage.
- 2Bid Target Adjustment Tool nutzen - Ziele vor dem 17. August auf realistische Werte setzen. Wo die Übererfüllung gewollt war: Ziel verkleinern, nicht stehen lassen.
- 3Auto-Asset-Review etablieren - Automatisch erstellte Assets und PMax-Anzeigen regelmäßig prüfen und freigeben. Die neuen Terms machen das zur Pflicht, nicht zur Kür.
- 4Website als Anzeigen-Quelle aufräumen - PMax-Landing-Page-Berichte checken: Welche Seiten nutzt Google? Veraltete Aktionen offline nehmen, URL-Ausschlüsse und Page Feeds setzen.
- 5DSA-Migration selbst steuern - DSA-Kampagnen inventarisieren und das Upgrade auf AI Max vor September aktiv durchführen, statt die Zwangsmigration im Q4 zu riskieren.
- 6Promotion Mode für Q4 vormerken - Für geplante Aktionszeiträume den Promotion Mode testen, statt Ziele manuell hoch- und runterzudrehen. Das Enddatum im Setup verhindert die klassische vergessene Rückstellung.
Der größte Fehler jetzt
Die Bidding-Umstellung als Google-interne Technik-News abtun. Wer seine Ziel-Werte bis zum 17. August nicht prüft, riskiert schleichend steigende CPAs in genau den Kampagnen, die bisher am besten liefen - und merkt es erst im Monatsreport.
Häufig gestellte Fragen
Was ändert sich am 17. August 2026 bei Google Ads Geboten?▼
Was ist das Bid Target Adjustment Tool?▼
Was steht in den neuen Google Ads Nutzungsbedingungen vom 1. Juli 2026?▼
Was ist der Google Ads Promotion Mode?▼
Wann werden Dynamic Search Ads endgültig abgeschaltet?▼
Fazit
Der Juli 2026 bringt keine spektakulären neuen Formate, sondern etwas Wichtigeres: Google formalisiert das Verhältnis zwischen dir und der Automatik. Deine Ziele werden ab August wörtlich genommen, deine Review-Pflicht für KI-Assets steht jetzt im Vertrag, und mit der DSA-Migration schließt Google den Umbau des Search-Stacks ab.
Die wichtigsten Takeaways
- Ziele bis 17. August prüfen - Übererfüllung entfällt, das eingetragene Ziel wird zum Einkaufspreis
- Auto-Assets aktiv reviewen - seit 1. Juli vertragliche Pflicht, nicht mehr nur Best Practice
- DSA-Upgrade selbst steuern - vor September migrieren statt Zwangsupgrade im Q4
- Promotion Mode testen - Peak-Steuerung mit eingebautem Enddatum statt manueller Ziel-Akrobatik
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