Branchen-Dossier 2026 Aktualisiert: August 2026

Google Ads für Solar & Photovoltaik

Mehr Anfragen sind leicht. Entscheidend sind Eigentümer, passende Dächer und Aufträge in deinem tatsächlichen Einzugsgebiet.

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Strategische Einordnung
Solar-Leads über Google Ads zu bekommen ist nicht das Problem - das Problem ist die Qualität. Wie viele eurer aktuellen Anfragen werden tatsächlich zu Aufträgen? Wenn es unter 15% sind, müssen wir zuerst euer Formular und eure Landing Page anpassen, bevor wir mehr Budget reinstecken. Und ohne Rückmeldung aus eurem CRM, welche Leads zu Kunden werden, kann Google nicht auf die richtigen Leute optimieren.
00 / Nachfrage

Welche Suchanfragen für Solar & Photovoltaik wirklich zählen

Nicht jedes relevante Keyword hat denselben wirtschaftlichen Wert. Kampagnen und Landing Pages sollten deshalb entlang der tatsächlichen Entscheidungssituation aufgebaut sein.

  • Konkrete Anlagenanfrage: Photovoltaik, Speicher, Wallbox, Dachtyp und Region ergeben eine qualifizierte Suchintention. Landing Pages sollten Eignung, Ablauf und nächste Schritte klar erklären.
  • Kosten- und Wirtschaftlichkeitssuche: Rechner und Preisfragen können Eigentümer qualifizieren, sind aber noch kein Auftrag. Gebäudedaten, Eigentumsstatus und Investitionszeitraum gehören in die Lead-Strecke.
  • Informations- und Do-it-yourself-Suche: Förderung, Technik und Selbstmontage erzeugen viel Reichweite, aber nicht automatisch vertriebstaugliche Anfragen. Diese Themen müssen separat gesteuert oder ausgeschlossen werden.
  • Geschäftsergebnis: Lead, Vor-Ort-Termin, Angebot und gewonnener Auftrag sollten mit unterschiedlichen Werten an Google zurückgegeben werden.
01 / Wirtschaftlichkeit

Was Google Ads für Solar & Photovoltaik wirtschaftlich macht

Die folgenden Korridore sind keine Garantie. Sie helfen dabei, Budget, Suchnachfrage und Geschäftswert in eine realistische Relation zu setzen.

Budgetkorridor

Lokaler Solarteur / Installateur
1.000-3.000 €/Monat
Regionaler Energieversorger / Solarunternehmen
3.000-10.000 €/Monat
Überregionaler Anbieter (Solar + Wärmepumpe + Speicher)
10.000-30.000 €/Monat
Lead-Gen Plattformen / Vergleichsportale (Check24, Aroundhome etc.)
30.000-100.000+ €/Monat

Wichtig: Der Solar-Markt ist extrem wettbewerbsintensiv seit 2023. Unter 1.500 €/Monat ist es schwierig, genug Daten für Smart Bidding zu sammeln - und gegen die großen Portale mitzubieten.

Klickpreise

Generische Solar-Keywords ("solaranlage [stadt]")
8-20 €
Hochpreisige Keywords ("photovoltaik anlage kaufen")
15-35 €
Wärmepumpe ("wärmepumpe kosten", "wärmepumpe installateur")
12-30 €
Förderungs-Keywords ("kfw förderung photovoltaik 2026")
5-12 €
Energieberatung ("energieberater [stadt]")
6-15 €
Speicher-Keywords ("stromspeicher für solaranlage")
8-18 €

DACH-Unterschiede: Schweiz deutlich teurer (CHF 25-50 für Solar-Keywords), dafür höhere Anlagen-Preise und Margen. Österreich auf deutschem Niveau, OeMAG-Förderung als zusätzlicher Keyword-Cluster.

Conversion-Korridore

Angebotsanfrage (Formular mit Dachinfos)
3-7%
Anruf-Conversions
6-12%
Konfigurator abgeschlossen (Solar-Rechner)
8-15%
Beratungstermin gebucht
4-8%

Entscheidend ist die Qualifikation im Formular - kurze Formulare (Name, PLZ, Telefon) liefern mehr Leads aber schlechtere Qualität. Formulare mit Dachtyp, Stromverbrauch und Eigentümer-Frage filtern 40-60% unqualifizierte Leads raus und verbessern die Abschlussquote massiv.

02 / Kampagnenstrategie

Wo Budget arbeiten soll - und wo nicht

Eine gute Branchenstrategie beginnt mit Ausschluss. Erst wenn Ziel, Suchintention und Messung zusammenpassen, darf Automatisierung skalieren.

Was funktioniert

  • Search Exact/Phrase Match auf kaufbereite Keywords: "solaranlage kaufen [stadt]", "photovoltaik angebot", "wärmepumpe installateur [region]"
  • Performance Max mit Lead-Formularen - besonders effektiv mit Konfigurator-ähnlichen Asset-Gruppen (Dachtyp, Verbrauch, Region)
  • Search auf Förderungs-Keywords - "kfw förderung solaranlage 2026", "bafa zuschuss wärmepumpe" haben hohen Intent und qualifizierte Leads
  • Responsive Search Ads mit Anruf-Assets - für Hausbesitzer, die direkt mit einem Fachbetrieb sprechen wollen; Ausspielung nur während erreichbarer Zeiten
  • YouTube Pre-Roll als Remarketing - Erklärvideo "So funktioniert unser Angebot" auf Website-Besucher, die nicht konvertiert haben

Was meist nicht funktioniert

  • Display Prospecting ohne Eingrenzung - zu viel Streuverlust, Solar-Interesse allein reicht nicht (Mieter, falsche Region, nur informativ)
  • Broad Match auf generische Energie-Keywords - "strom sparen", "energiewende", "nachhaltigkeit" zieht Informationssuchende an, keine Kaufinteressenten
  • Shopping Campaigns - Solaranlagen werden nicht online in den Warenkorb gelegt, das ist ein Lead-Geschäft
  • Brand Campaigns auf Herstellernamen - "SMA Wechselrichter" oder "Enphase" sind Recherche-Keywords, kein Installations-Intent
03 / Praxis

Die häufigsten Fehler und unterschätzten Hebel

Budgetverluste vermeiden

  1. Keine Lead-Qualifizierung im Formular - wer nur Name und Telefonnummer abfragt, bekommt massenhaft Mieter, Studenten und Preisvergleicher, die nie kaufen werden
  2. Förderungs-Keywords ignorieren - "kfw förderung solaranlage" hat hohen Intent (Nutzer plant bereits Investition), wird aber oft nicht beworben
  3. Kein Offline-Conversion-Tracking - der Verkaufszyklus dauert 4-12 Wochen. Ohne Rückmeldung welche Leads zum Auftrag wurden, optimiert Smart Bidding auf Formular-Absendungen statt auf echte Kunden
  4. Zu großes Einzugsgebiet - ein lokaler Solarteur bewirbt ganz Deutschland statt den eigenen 50-km-Radius. Ergebnis: teure Klicks ohne Service-Möglichkeit
  5. Landing Page ohne Vertrauenselemente - keine Referenzprojekte, keine Zertifizierungen (z.B. MCS, SHK-Innung), keine echten Kundenstimmen. Bei Investitionen von 15.000-30.000 € ist Vertrauen der wichtigste Conversion-Faktor

Was oft besser funktioniert als erwartet

  • PLZ-basierte Kampagnenstruktur - separate Kampagnen für Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung (Süddeutschland, Österreich) vs. Norddeutschland, mit angepassten Budgets und Geboten
  • Saisonales Bidding - Solar-Nachfrage steigt von Februar bis Juni stark an. Budgets im Frühjahr verdoppeln und im Winter reduzieren bringt 30-50% mehr Leads bei gleichem Jahresbudget
  • Förderungs-Countdown in Anzeigen - "KfW-Förderung sichern - Antragsfrist läuft" erzeugt Dringlichkeit und steigert CTR und CR signifikant
  • Konfigurator als Micro-Conversion - ein einfacher Solar-Rechner (3-4 Fragen) auf der Landing Page sammelt qualifizierte Leads und gibt Smart Bidding bessere Signale als ein einfaches Formular
04 / Messung

Das Tracking entscheidet, was Google lernt.

Formular-Leads sind selten das eigentliche Geschäftsziel. Gute Kampagnen geben Google Qualität, Wert und spätere Abschlüsse zurück.

  • Offline-Conversion-Import ist geschäftskritisch - der Weg vom Klick zum Auftrag dauert 4-12 Wochen. Ohne CRM-Rückmeldung optimiert Google auf Formular-Spam statt auf echte Aufträge
  • Conversion-Werte nach Anlagentyp - ein PV-Lead (Ø 18.000 € Auftragswert) und ein Energieberatungs-Lead (Ø 300 €) müssen unterschiedliche Conversion-Werte haben
  • Telefontracking mit Anrufdauer-Filter - nur Anrufe über 60 Sekunden als Conversion zählen, kürzere sind meistens keine echten Interessenten
  • Ausreichendes Conversion-Fenster - das Fenster muss den tatsächlichen Entscheidungszyklus vom Erstkontakt bis zum Auftrag abdecken und mit CRM-Daten geprüft werden
05 / Umsetzung

Ein sinnvoller Ausbau in vier Etappen

Die Reihenfolge ist bewusst konservativ: erst Messung und Suchintention, dann Automatisierung und Reichweite.

  1. Start: Search Kampagne auf "solaranlage [region]" + Förderungs-Keywords + qualifizierendes Formular mit Dachtyp und Eigentümer-Frage
  2. Monat 2: Konfigurator/Solar-Rechner auf Landing Page, Anruf-Tracking mit Dauer-Filter, Remarketing auf Konfigurator-Abbrecher
  3. Monat 3: Performance Max mit Referenzprojekt-Bildern, Offline-Conversion-Import aus CRM live schalten
  4. Monat 4+: Value-Based Bidding auf Auftragswerte, Wärmepumpe/Speicher als Cross-Sell-Kampagnen, saisonale Budget-Steuerung automatisieren
06 / Zusammenarbeit

Die passenden Bausteine für Solar & Photovoltaik

Nicht jedes Konto braucht jeden Service. Der Einstieg richtet sich nach dem größten Engpass zwischen Nachfrage, Landing Page, Messung und Kampagnensteuerung.

Nächster Schritt

Lass uns dein Google Ads Potenzial gemeinsam einordnen.

Im kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch klären wir, ob Messung, Kampagnenstruktur, Landing Pages oder Gebotsstrategie zuerst verbessert werden sollten.

Kostenlos und unverbindlich

Methodik: Die genannten Bandbreiten sind Orientierungswerte aus dem DACH-Markt und aus Agenturerfahrung. Die tatsächliche Wirtschaftlichkeit hängt von Region, Wettbewerb, Angebot, Marge, Vertriebsprozess und Datenqualität ab. Vor einer Budgetentscheidung prüfen wir deshalb immer die konkrete Ausgangslage.