Guides8 min Lesezeit24.08.2026

ChatGPT Ads aus Agentursicht: kein MCC, API per Klick

Verwaltungsseitig fehlt alles, was Agenturen kennen: kein MCC, kein Business Manager, kein Konto im Kundennamen. Automatisierungsseitig ist der Kanal offener als Google Ads. Beides steckt im selben Produkt.

Stand und Quellen

Stand: August 2026, Beta-Status. Seit dem 24. August 2026 ist ChatGPT Ads in 31 europäischen Ländern verfügbar, zunächst über das OpenAI Ads Solutions-Team und Partneragenturen; der Ads Manager zur eigenständigen Buchung folgt später im Quartal. Alle Screenshots stammen aus einem eigenen Werbekonto von galineo. Angaben zur Mandantenlogik stammen von Search Engine Land. Teil unserer Reihe nach dem Rundgang durch das Konto und den Zielen und Geboten.

Ein Produkt, zwei Gesichter

Wer als Agentur oder Inhouse-Team zum ersten Mal in den OpenAI Ads Manager schaut, macht zwei gegensätzliche Beobachtungen. Die erste: Es fehlt die komplette Verwaltungsschicht, auf der Agenturarbeit normalerweise aufsetzt. Die zweite: An einer Stelle, an der Google Ads seit Jahren einen Antragsprozess verlangt, reicht hier ein Klick.

Beides zusammen ergibt einen Kanal, der operativ anders organisiert werden muss als ein Google-Ads-Portfolio - und der zugleich leichter zu automatisieren ist. Dieser Artikel geht beide Seiten durch, mit Screenshots aus unserem eigenen Konto.

Was fehlt: MCC und Mandantenlogik

Nach Angaben von Search Engine Land gibt es kein Gegenstück zum Verwaltungskonto (MCC) aus Google Ads und keinen Business Manager wie bei Meta. Agenturen dürfen auch kein Konto im Namen eines Kunden anlegen. Der vorgesehene Weg: Der Kunde eröffnet das Konto, die Agentur wird als Nutzer hinzugefügt. Eine Person kann mehrere Konten sehen und zwischen ihnen wechseln.

Benutzerverwaltung im OpenAI Ads Manager mit Rollenzuweisung
Die Benutzerverwaltung im Konto. Externe werden als Nutzer mit Rolle hinzugefügt, eine Mandanten- oder Agenturstruktur darüber gibt es nicht.

Für die Kontoeröffnung braucht der Kunde den juristischen Firmennamen, eine Steuernummer, ein Zahlungsmittel und ein Favicon. Das klingt nach einer Formalie, ist aber der Punkt, an dem Starttermine kippen: Ohne abgeschlossene Abrechnung und bestandene Markenprüfung liefert das Konto nicht aus, und die Dauer der Prüfung steuert niemand von außen.

Der Prozess dreht sich um

Man kann einem Kunden das Konto nicht abnehmen. Das klingt banal, ist aber ein echter Prozessunterschied zu Google Ads, wo eine Agentur ein Konto unter ihrem Verwaltungskonto anlegt und dem Kunden später Zugriff gibt. Hier läuft es andersherum: Der Kunde eröffnet, die Agentur zieht ein.

Was das für ein Kundenportfolio bedeutet

Wer zehn Kunden betreut, arbeitet in zehn getrennten Konten: ohne Dachstruktur, ohne kontoübergreifendes Reporting, ohne geteilte Vorlagen oder Bibliotheken. Jedes Reporting über mehrere Kunden hinweg muss außerhalb der Plattform zusammengesetzt werden - per Export oder über die API.

In der Praxis heißt das: Die Kontoeröffnung gehört in das Onboarding-Gespräch mit dem Kunden, nicht in die interne Aufgabenliste. Wer das nicht vorher klärt, verliert beim Start Wochen - erst auf die Unterlagen, dann auf die Prüfungen.

ChatGPT Ads Vorbereitungs-Checkliste

Sechs Schritte, die heute ohne Self-Serve-Zugang machbar sind - inklusive Kontostruktur-Klärung, damit beim Start keine Wochen verloren gehen.

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API-Schlüssel per Klick

Jetzt die andere Seite. In den Kontoeinstellungen gibt es einen Bereich für API-Schlüssel, und ein neuer Schlüssel ist einen Klick entfernt.

Kontoeinstellungen im OpenAI Ads Manager mit dem Bereich für API-Schlüssel
Der API-Bereich in den Kontoeinstellungen. Ein Klick auf den Button erstellt einen neuen Schlüssel.
API-Schlüsselverwaltung mit getrennten Schlüsseln für Konto und Conversions
Getrennte Schlüssel für Kontozugriff und Conversion-Übermittlung.

Zum Vergleich: Für die Google Ads API durchläuft man einen Antragsprozess für den Developer Token mit den Stufen Basic und Standard Access, mit Wartezeit und inhaltlicher Prüfung. Hier entfällt das vollständig. Für alle, die Reporting und Steuerung automatisieren - und sei es nur, um die fehlende Dachstruktur aus dem vorigen Abschnitt zu kompensieren - ist das ein erheblicher Unterschied.

Der praktische Schluss daraus

Das kontoübergreifende Reporting, das die Plattform nicht mitbringt, lässt sich selbst bauen - deutlich früher und mit weniger Hürden als bei Google Ads. Wer mehrere Konten betreut, richtet den API-Zugriff am ersten Tag ein, nicht erst, wenn das Portfolio wächst.

Was schon da ist

Für eine Beta ist die Werkzeugliste erstaunlich vollständig - vollständiger als das, was zur Mandantenverwaltung fehlt.

Änderungsverlauf im OpenAI Ads Manager mit Spalten für Aktivität, Details, Nutzer und Zeit
Der Änderungsverlauf: Aktivität, Artikelname, Details, Nutzer, Zeit - mit Filtern nach Kampagne, Nutzer und Zeitraum und mit Download-Export.

Der Änderungsverlauf beantwortet die Frage, die in jedem Mehrpersonen-Konto irgendwann kommt: Wer hat wann was geändert. Dass er sich filtern und exportieren lässt, ist mehr, als man in diesem Reifegrad erwartet.

Erstellen-Menü im OpenAI Ads Manager mit dem Eintrag für den Massen-Upload
Der Massen-Upload sitzt direkt im Erstellen-Menü.
Abrechnungsbereich im OpenAI Ads Manager mit Übersicht, Aktivität, Dokumenten und Einstellungen
Die Abrechnung mit Übersicht, Aktivität, Dokumenten und Einstellungen. Ein Abrechnungsprofil ist Pflicht, bevor irgendetwas ausliefert.

Einen Massen-Upload direkt im Erstellen-Menü haben wir dokumentiert, den Dialog dahinter konnten wir im Wizard noch nicht öffnen. Und die Abrechnung ist der Bereich, der über den Start entscheidet: Ohne vollständiges Abrechnungsprofil bleibt jede Kampagne stehen - woran das bei uns scheiterte, steht im ersten Teil der Reihe.

Die saubere Struktur für DACH-Kunden

Wir haben unser eigenes Konto über unsere Gesellschaft in Großbritannien aufgesetzt und dabei gelernt, dass die Rechnungsadresse des zahlenden Unternehmens in einem freigegebenen Land liegen muss. Aus diesem Befund und der fehlenden Mandantenlogik ergibt sich die Struktur, die wir für einen DACH-Kunden ansetzen:

  1. Der Kunde eröffnet das Konto selbst - mit juristischem Firmennamen, Steuernummer, Zahlungsmittel und Favicon. Die Agentur liefert die Unterlagenliste und sitzt beim Einrichten daneben.
  2. Abrechnung und Markenprüfung sofort anstoßen. Beide Prüfungen laufen in Fristen, die niemand von außen steuert. Wer einen Starttermin hat, eröffnet deutlich vorher.
  3. Agentur als Nutzer mit klarer Rolle - und der Zugang wird im Änderungsverlauf nachvollziehbar, nicht über geteilte Logins.
  4. API-Schlüssel am ersten Tag - fürs Reporting über alle betreuten Konten, weil die Plattform selbst keines mitbringt.
  5. UTM-Konvention vor der ersten Kampagne. Ohne Suchbegriffe und Konversationsdaten ist die externe Messung die einzige Bewertungsgrundlage - wie das geht, steht im Beitrag zu den Conversions und der Einwilligungsfrage.

Der Rest ist Kampagnenarbeit, und die ist in diesem Kanal überschaubar: Kontexthinweise, ein Anzeigenformat und wenige Stellschrauben bei Zielen und Geboten.

Die wichtigsten Rückfragen

Gibt es ein MCC oder Verwaltungskonto?
Nein. Nach Angaben von Search Engine Land gibt es kein Gegenstück zum Google-Ads-MCC und keinen Business Manager. Eine Person kann mehrere Konten sehen, aber es gibt keine Dachstruktur, kein kontoübergreifendes Reporting und keine geteilten Bibliotheken.
Kann die Agentur das Konto für den Kunden eröffnen?
Nein. Agenturen dürfen kein Konto im Namen eines Kunden anlegen. Der Kunde eröffnet das Konto, die Agentur wird anschließend als Nutzer mit einer Rolle hinzugefügt. Die Kontoeröffnung gehört deshalb in das Onboarding-Gespräch.
Was braucht der Kunde für die Kontoeröffnung?
Den juristischen Firmennamen, eine Steuernummer, ein Zahlungsmittel und ein Favicon. Dazu muss die Rechnungsadresse des zahlenden Unternehmens in einem freigegebenen Land liegen. Vor der Auslieferung stehen außerdem die eingerichtete Abrechnung und eine Markenprüfung.
Wie kommt man an die API?
Direkt in den Kontoeinstellungen, mit einem Klick auf den Button zum Erstellen eines neuen Schlüssels. Es gibt getrennte Schlüssel für Kontozugriff und Conversion-Übermittlung. Ein Antragsprozess wie beim Developer Token der Google Ads API existiert nicht.
Wie behält eine Agentur mehrere Konten im Blick?
Innerhalb der Plattform nur durch Wechseln zwischen den Konten. Ein Reporting über mehrere Kunden hinweg muss außerhalb gebaut werden - per Export aus dem Änderungsverlauf und den Berichten oder über die API, die dafür der praktikablere Weg ist.

Quellen

Screenshots von Benutzerverwaltung, API-Bereich, Änderungsverlauf, Erstellen-Menü und Abrechnung stammen aus einem Werbekonto von galineo im OpenAI Ads Manager, Stand August 2026. Angaben zu MCC, Business Manager und Kontoeröffnung im Kundennamen stammen aus „How to run ChatGPT ads“ bei Search Engine Land.

Kontostruktur klären, bevor der Kanal aufmacht

Wir betreiben ein aktives Konto im OpenAI Ads Manager und dokumentieren jeden Schritt. Wenn die Selbstbuchung in DACH öffnet, willst du nicht bei null anfangen: Wir klären mit dir Kontoeröffnung, Rollen und Messung, bevor das erste Budget läuft.

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